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Politik

Telemedizinische Unterstützung für Asthma-Patienten bewährt sich in Rheinland-Pfalz

Dienstag, 6. August 2019

/imagecore, stockadobecom

Mainz – Ein positives Fazit des Modellprojektes „Rheinland-Pfalz atmet durch – Telemedizin für eine gesunde Lunge“ hat das Mainzer Ge­sund­heits­mi­nis­terium gezogen. „Wir sind stolz darauf, dass wir in Rheinland-Pfalz so innovative Konzepte wie ‚Rheinland-Pfalz atmet durch‘ erproben und damit die Telemedizin ein Stück voranbringen können. Projekte wie dieses zeigen, dass wir progressive Leistungserbringer und zukunftsfähige IT-Unternehmen im Land haben, die die Zukunft der Versorgung aktiv mitgestalten. Telemedizin wird eine immer wichtigere Rolle in unserem Gesundheitswesen spielen“, sagte die Gesundheits­ministerin des Landes, Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD).

Das Projekt lief von Juni 2017 bis zum 31. Dezember 2018 im Raum Koblenz. Beteiligt waren die Techniker Krankenkasse, das Koblenzer Studienzentrum KPPK und das Softwareunternehmen Qurasoft. Das Land förderte das Vorhaben mit mehr als 280.000 Euro.
Die Teilnehmer führten im Rahmen des Vorhabens über eine Smartphone-App „SaniQ Asthma“ für Lungenerkrankte ein digitales Gesundheitstagebuch.

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Dazu erfassten sie mithilfe von Bluetooth-fähigen Messgeräten Werte zur Beschreibung der Lungenfunktion. In der App konnten sie auch ihre Symptome und Medikationseinnahmen dokumentieren. Außerdem erinnerte die App die Nutzer auf Wunsch an die Messungen und die Einnahme von Medikamenten. Das digitale Gesundheitstagebuch wurde nahezu in Echtzeit an die Praxis des behandelnden Facharztes übertragen. Der Arzt und sein Team sichteten die Daten in einer eigenen Software und analysierten diese. Bei Auffälligkeiten kontaktierten sie die Patienten und ergriffen geeignete Schritte.

Ziel war es, dass die teilnehmenden Patienten mindestens 50 Prozent der Messungen digital erfassten. Tatsächlich haben sie durchschnittlich mehr als 80 Prozent der Messungen in der App dokumentiert. Auch die Asthma-typischen Symptome und die krankheitsbezogene Lebensqualität der Teilnehmer verbesserten sich: Rund die Hälfte (48,78%) der Teilnehmer, die anfänglich unter Husten litten, waren davon am Ende des Projekts befreit. Rund 40% hatten nach dem Projekt keine Atemnot bei Belastung mehr und 71,43% der Teilnehmenden nicht mehr ihre anfängliche Ruhedyspnoe. 57,45% der Teilnehmer mit anfänglichen Brustschmerzen waren am Ende des Projektes schmerzfrei.

Durch die neuen technischen Möglichkeiten erhalte ich ein realistisches Bild von der Gesundheit meiner Patienten. Ich kann dadurch genau dann reagieren, wenn mein Patient mich braucht. Ich hoffe, dass es das Konzept vom Modellprojekt in die Regelversorgung schafft und ich auch weiterhin meine Patienten auf diese Weise unterstützen kann“, sagte Olaf Schmidt, leitender Pneumologe des Projekts.

„Die Betroffenen nehmen die digitalen Angebote an, sind überaus zufrieden und profitieren von Verbesserungen im Krankheitsverlauf“, sagte Tobias Hastenteufel, Geschäftsführer des technischen Ausstatters Qurasoft.

Auch Jörn Simon, Leiter der TK-Landesvertretung Rheinland-Pfalz zog ein positives Fazit. „Das Projekt zeigt, wie Telemedizin einen wertvollen Beitrag zur medizinischen Versorgung leisten kann. In ländlichen Regionen kommen die Vorteile dabei besonders zum Tragen. Unabhängig vom Wohnort wird dadurch eine optimale und bedarfsgerechte Therapie ermöglicht“, sagte er.

© hil/aerzteblatt.de
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