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Ärzteschaft

Neuer Vertrag für die Versorgung von Pflegeheimbewohnern in Nordrhein

Dienstag, 6. August 2019

/dpa

Düsseldorf – Eine besondere Förderung für die Versorgung von Bewohnern vollstationärer Pflegeeinrichtungen hat die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein mit den Krankenkassen des Landesteils vereinbart. Ab Anfang Oktober können niedergelassene Ärzte in Nordrhein, die einen Kooperationsvertrag mit einer vollstationären Pflege­einrichtung schließen und dies gegenüber der KV nachweisen, an dem Vertrag teilnehmen.

„Wir wollen mit dieser Vereinbarung das Thema Pflegeheimversorgung gemeinsam mit den Pflegeheimen und ihren Trägern entscheidend voranbringen und die Voraussetzungen dafür sowohl für unsere Mitglieder als auch für die Patienten verbessern. Schwindenden Ressourcen auf ärztlicher Seite steht ein immer größerer Versorgungsbedarf bei älteren, multimorbiden Patienten in Pflegeeinrichtungen gegenüber – auf diese Herausforderung müssen wir uns einstellen“, sagte der KV-Vorstandsvorsitzende Frank Bergmann.

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Der Vertrag führt unter anderem bestimmte Leistungen auf, die zusätzlich zu den entsprechenden EBM-Kapiteln entweder vom Arzt oder einer nicht-ärztlichen Praxisassistentin (NäPa) erbracht werden können und extrabudgetär finanziert werden. Dazu zählt zum Beispiel die „gemeinsame Visite“ von „koordinierenden Ärzten“, die mit „kooperierenden Fachärzten“ zusammenarbeiten. Sie müssen innerhalb von drei Monaten nach Start der Behandlung nach diesem Vertrag beziehungsweise bei einem Arztwechsel den Gesundheitszustand der Bewohner überprüfen. Zudem muss die Medikation der Patienten mit dem Ziel kontrolliert werden, nicht mehr als fünf Wirkstoffe zu verordnen. Diese Visite wird mit zusätzlich 15 Euro vergütet, die extrabudgetär abgerechnet werden können.

Zu den weiteren Leistungsbestandteilen des Vertrags zählt die „regelmäßige Visite“, bei der sowohl die „koordinierenden“ als auch die „kooperierenden Ärzte“ turnusmäßig im Quartal die Pflegeheime, mit denen sie vertraglich kooperieren, besuchen und jeden betreuten Patienten untersuchen. Optional ist auch eine Delegation der Visite an die NäPa möglich

„Unser langfristiges Ziel ist eine qualitativ hochwertige und koordinierte ärztliche Versorgung, die den Bewohnern unmittelbar zugutekommt, zum Beispiel indem die Medikation optimiert wird und unnötige Kranken­haus­auf­enthalte vermieden werden“, sagte Matthias Mohrmann, Mitglied des Vorstandes der AOK Rheinland/Hamburg, stellvertretend für die gesetzlichen Krankenkassen im Rheinland.

Die Vereinbarung der KV mit den Kassen sieht auch strukturelle Verbesserungen bei der Pflegeheimversorgung vor. So sollen die Kreisstellen der KV Nordrhein eine Informations- und Vermittlungsfunktion übernehmen und Ärzte in ihren Bereichen dabei unterstützen, sich untereinander und mit den Pflegeheimen vor Ort zu vernetzen. Eine sogenannte Pflegeheim-Datenbank soll Informationen zur Ausstattung von Pflegeheimen und zu bestehenden Kooperationsvereinbarungen bereitstellen. Ziel von KV und Kassen ist, dass langfristig jedes Pflegeheim in Nordrhein mindestens einen Kooperationsvertrag abgeschlossen hat. © hil/aerzteblatt.de

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H.-D. Falkenberg
am Mittwoch, 7. August 2019, 10:08

Neuer Vertrag für die Versorgung von Pflegeheimbewohnern

Dies ist eine äußerst positive Entwicklung. Damit können zwei Probleme (fast) gemeinsam gelöst werden: 1. Die Behandlungspflege, die im ambulanten Bereich über SGB V, im stationären Bereich XI ("versteckt" innerhalb des Pflegesatzes - ca. 16 %) abgerechnet wird, kann somit zumindest zum Teil gesondert vergütet werden (SGB V). Es ist notwendig und sinnvoll, Ärzten und NäPas entsprechenden Wissen über die Struktur und die Vergütungsmöglichkeiten des SGB XI (Pflegeversicherung) zu vermitteln.
LNS

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