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Medizin

Nord-Süd-Gefälle nimmt bei adipösen Kindern in Europa zu

Mittwoch, 7. August 2019

/DN6, AdobeStock.com
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Cuenca/Spanien – In Griechenland und Italien gibt es fast dreimal so viele übergewichtige oder adipöse Kinder wie in Schweden oder in der Schweiz. Während die Zahl der zu dicken Kinder in Zentral- und Westeuropa stagniert, ist es nach einer Studie in JAMA Pediatrics (2019; doi: 10.1001/jamapediatrics.2019.2430) in vielen Mittelmeerländern zu einer Zunahme gekommen, wofür die Forscher die Wirtschaftskrise nach 2007 mit verantwortlich machen.

Wer im Sommer in mediterrane Länder reist, dem fällt der hohe Anteil von übergewichtigen und adipösen Kindern auf. Die jetzt von Iván Cavero-Redondo von der Universidad de Castilla-La Mancha in Cuenca und Mitarbeitern ausgewerteten Studien bestätigen diesen Eindruck. In Griechenland und Italien ist jedes dritte Kind im Alter von 7 bis 13 Jahren übergewichtig (36,8 und 35,2 %). In Schweden und der Schweiz ist es nur jedes sechste Kind gleichen Alters (15,0 und 17,4 %). Auch in Deutschland liegt der Anteil mit 18,9 % unter dem europäischen Durchschnitt.

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Bei der Adipositas ist der Unterschied noch stärker. In der Schweiz beträgt der Anteil bei den 7 bis 13-Jährigen 2,4 %, in Italien sind es 12,2 %, auf Malta sogar 14,2 %.

In den Mittelmeerländern ist der Anteil der übergewichtigen Kinder seit Anfang der 2000er Jahre gestiegen, in den nördlichen Ländern scheint er ein Plateau erreicht zu haben. In einigen Ländern wie Schweden, ist es sogar zu einem Rückgang gekommen. Auch in den iberischen Ländern geht die Zahl der übergewichtigen oder adipösen Kinder zurück, in Spanien vor allem in der jüngsten Altersgruppe der Zwei- bis Sechsjährigen. Ein Grund könnte die raschere wirtschaftliche Erholung im Vergleich zu Italien und Griechenland sein, vermutet Cavero-Redondo.

Einen Bonus durch die mediterrane Ernährung haben die Kinder in der Mittelmeerregion jedenfalls nicht. In Italien werden laut einer jüngsten Studie gerade noch 5 % der Kinder nach den Prinzipien der mediterranen Ernährung verköstigt. Auch die körperliche Aktivität ist insgesamt geringer als in anderen Regionen Europas. © rme/aerzteblatt.de

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