NewsHochschulenHamburger Wissenschaftler forschen an schonenderen Therapien für Kopf-Hals-Tumore
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Hochschulen

Hamburger Wissenschaftler forschen an schonenderen Therapien für Kopf-Hals-Tumore

Mittwoch, 7. August 2019

Gaetan Bally - picture-alliance

Hamburg – Forscher am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) wollen schonendere Therapien für Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren entwickeln, die durch eine Infektion mit Humanen Papillomviren (HPV) ausgelöst werden. Die Deutsche Krebshilfe fördert das Projekt.

Laut den Wissenschaftlern der Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde und des Labors für Strahlenbiologie am UKE erkranken in Deutschland pro Jahr rund 17.000 Menschen an Krebs im Kopf- oder Halsbereich. Häufig sei eine HPV-Infektion die Ursache. 

Anzeige

Die Viren sind vor allem als Auslöser von Gebärmutterhalskrebs bekannt. Sie sind aber auch für Kopf-Hals-Tumoren verantwortlich. Ihre Häufigkeit steigt laut der Arbeitsgruppe seit Jahren stetig an. Patienten mit diesem Krebstyp haben auch bei lokal fortgeschrittenen Tumoren gute Heilungschancen mit der gängigen Behandlung, bestehend aus einer intensiven Chemo- und Strahlentherapie mit oder ohne vorausgegangene Operation.

Allerdings hat diese kombinierte Behandlung oft schwere Langzeitnebenwirkungen – etwa ausgeprägte Schluck- und Sprachstörungen sowie Innenohr- oder Nierenschäden.

Die Wissenschaftler um Thorsten Rieckmann erproben daher jetzt einen neuen, verträg­licheren Behandlungsansatz. „Mithilfe einer spezifischen molekularen Tumortherapie nutzen wir die Schwachstelle der HPV-bedingten Tumore aus und verstärken so die Wirkung der Strahlentherapie“, erläutert Rieckmann.

Der Vorteil der neuartigen Wirkstoffe: Diese hemmen spezifisch das DNA-Reparatursystem der Zellen und wirken dadurch im Gegensatz zur klassischen Chemotherapie insbesondere gegen die bestrahlten Tumorzellen und nur geringfügig gegen gesunde Zellen. Die durch die HPV-Infektion bereits geschwächten Krebszellen verlieren so weiter ihre Fähigkeit zur Selbst-Reparatur und reagieren noch empfindlicher auf die Bestrahlung.

Im Labor wollen die Forscher zunächst die Grundlagen für spätere klinische Studien schaffen. In Zukunft soll die spezifischere und deutlich schonendere Behandlung die heute parallel zur Strahlentherapie verabreichte Chemotherapie möglicherweise ersetzen. Die Wissenschaftler hoffen zudem darauf, dass auch die Bestrahlungsintensität gesenkt werden kann. „Unsere Erkenntnisse sollen sobald wie möglich in der klinischen Praxis zum Einsatz kommen“, so Rieckmann. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

2. August 2019
Waldems-Esch – Jeder fünfte in Deutschland gegen humane Papillomvieren (HPV) geimpfte Jugendliche ist männlich. Das geht aus Zahlen des Statistikdienstleisters Insight Health hervor. Die
Jeder fünfte gegen HPV geimpfte Jugendliche ist ein Junge
11. Juli 2019
Berlin – Die Menschen in Deutschland lassen sich offenbar immer häufiger gegen Infektionskrankheiten impfen. Während 2018 die Ausgaben der Krankenkassen für Impfstoffe um 4,5 Prozent anstiegen (1,284
Krankenkassen geben mehr Geld für Impfungen aus
4. Juli 2019
Québec – Erstmals liegen Daten einer Meta-Analyse zur Wirksamkeit einer Impfung gegen humane Papillomviren (HPV) vor, die einen längeren Zeitraum von 8 Jahren umreißen. Danach senken HPV-Impfprogramme
Neue Meta-Analyse zeigt Wirksamkeit der HPV-Impfung
11. April 2019
Edinburgh – Die routinemäßige Impfung von Mädchen im Alter von 12 oder 13 Jahren gegen humane Papillomaviren (HPV) in Schottland hat zu einer deutlichen Verringerung von Erkrankungen des
Die HPV-Impfung wirkt
8. April 2019
Schwerin – Nicht nur Mädchen, sondern auch Jungen sollten sich gegen Humane Papillomviren (HPV) impfen lassen. Das hat Mecklenburg-Vorpommerns Ge­sund­heits­mi­nis­ter Harry Glawe (CDU) im Vorfeld der
Glawe wirbt für HPV-Impfung
19. März 2019
Bonn – Im Rahmen des Leitlinienprogramms Onkologie ist eine interdisziplinäre S3-Leitlinie zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge beim Kehlkopfkrebs erschienen. Die Deutsche Gesellschaft für
Neue interdisziplinäre S3-Leitlinie zu Kehlkopfkrebs erschienen
4. Februar 2019
Paris – Anlässlich des Weltkrebstags hat die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) Vorbehalte gegenüber der zum Schutz gegen Gebärmutterhalskrebs möglichen Impfung entschieden
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER