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Medizin

Langzeitstudie bestätigt prognostische Bedeutung des nächtlichen Blutdrucks bei Hypertonie

Mittwoch, 7. August 2019

Junge Frau misst ihren Blutdruck im Bett. /Elizaveta, AdobeStock.com
Zur Diagnose einer arteriellen Hypertonie empfehlen Leitlinien eine ambulante Blutdruck-Langzeitmessung, bei der der Patient ein Messgerät über 24 Stunden am Körper trägt. /Elizaveta, AdobeStock.com

Löwen – Der nächtliche Blutdruck war neben dem 24-Stundendurchschnittswert in einer internationalen Langzeitstudie der wichtigste Risikofaktor für künftige Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder den Tod des Patienten. Die Studie im amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2019; 322: 409-420) bestätigt damit die Bedeutung der ambulanten Blutdruck-Langzeitmessung für die Diagnose der arteriellen Hypertonie.

Die Diagnose einer arteriellen Hypertonie kann durch die 2-malige Messung des Blutdrucks in der Praxis gestellt werden. Aussagekräftiger ist jedoch, das alle 15 (oder 30) Minuten automatisch eine Blutdruckmessung durchführt. Die ABDM wird heute von den Leitlinien empfohlen. 

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Die ABDM erzeugt allerdings eine Vielzahl von Daten, deren relative Bedeutung zur Abschätzung der Prognose nicht klar ist. Die IDACO-Studie („Ambulatory Blood Pressure in Relation to Cardiovascular Outcome“) sammelt deshalb seit 1988 die Ergebnisse der ABDM von Patienten, um sie mit dem späteren Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Todesfällen in Beziehung zu setzen.

An 13 Zentren in Europa (keine deutsche Beteiligung), Asien und Südamerika wurden Daten zu 11.135 Patienten zusammengetragen, von denen in einer medianen Nachbeo­bachtungszeit von 13,8 Jahren insgesamt 2.836 Patienten gestorben sind und 2.049 ein Herz-Kreislauf-Ereignis wie Herzinfarkt oder Schlaganfall erlebt haben. 

Nächtlicher systolischer Blutdruck prognostiziert Sterberisiko

Ein Team um Jan Staessen von der Katholischen Universität Löwen in Belgien hat die Ergebnisse der ABDM mit den kardiovaskulären Ereignissen in Beziehung gesetzt und die Hazard Ratios (HR) berechnet, die mit einem Anstieg des Blutdrucks um 20/10 mm Hg verbunden waren. 

Die stärkste Assoziation wurde für das nächtliche systolische Blutdruckniveau gefunden. Jeder Anstieg des systolischen Blutdrucks um 20 mm Hg erhöhte hier das Sterberisiko um 23 % (HR 1,23; 95-%-Konfidenzintervall 1,17 bis 1,28) und das Risiko auf ein Herz-Kreislauf-Ereignis um 36 % (HR 1,36; 1,30-1,43). Der zweitbeste Prädiktor war der durchschnittliche Blutdruck über die Gesamtdauer der Messung mit einer HR von 1,22 (1,16-1,28) für das Sterberisiko und von 1,45 (1,37-1,54) für Herz-Kreislauf-Ereignisse.

Die Studie bestätigt damit die bekannte prognostische Bedeutung des nächtlichen Blutdrucks. Anschaulich wird das an folgenden Zahlen: Von den Patienten, bei denen der Blutdruck nachts um mehr als 20 % des Tageswerts fällt („Extrem-Dipping“), was ein günstiges Zeichen ist, starben im Verlauf von 10 Jahren 3,73 % der Patienten. Bei einem normalen „Dipping“ (Abfall um 10 bis 20 %) betrug die Inzidenz 4,08 %. Bei einem „Non-Dipping“ (Abfall um weniger als 10 %) stieg die Inzidenz auf 4,62 und bei einem „Reverse Dipping“ (nächtlicher Blutdruckanstieg) sogar auf 5,74 %. © rme/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #754103
Biochemie
am Donnerstag, 8. August 2019, 08:27

Was kann unseren Blutdruck beinflussen?

Wenn keine Genetischen oder schon dauerhaft unumkehrbaren Einflüsse beteiligt sind.

Dann wäre es wichtig, dass sich die betroffenen Personen mit der ganzheitlichen Behandlung beschäftigen.
Das bedeutet:
- Medizinisches Wissen über die Gefäße
- Psychologisches Wissen über den Einfluss auf den Blutdruck
- Ernährung und Blutdruck
- Bewegung und Blutdruck
- ???

Dieses Wissen müssen die Personen für ihren Körper und Geist immer weiter über Jahre anpassen, verbessern. Es nützt leider zu wenig, wenn das Wissen nur der Arzt durch sein Studium hat.

Das Wissen sorgt für ein anderes denken und handeln, welches irgendwann zur Gewohnheit werden kann. Es gibt keine Erfolgssicherheit aber besser als wenn man nichts macht.
Es ist Wissenschaftlich bewiesen, dass die oben genannten Themen einen Einfluss auf den Blutdruck haben.

Viele sind damit auch überfordert, da es alles neu gelernt werden muss.













Avatar #748578
Ferdinand Wolfbeißer
am Mittwoch, 7. August 2019, 19:33

Die Bedeutung von Vitamin C für die Gefäßgesundheit

Wenn der Blutdruck Einfluss auf die Gefäßgesundheit hat, dann ist offensichtlich, dass mit arteriosklerotischen Veränderungen in den Gefäßen dann zu rechnen ist, wenn die Gefäßgewebe dem in den Gefäßen herrschendem Druck nicht gewachsen sind. Druckminderung als Abhilfe ist eine Sache. Aufrechterhaltung der Festigkeit bei den Gefäßgeweben eine andere.
Aber wie sieht es mit Abhilfen aus, durch welche die Festigkeit der Gefäßgewebe aufrechterhalten wird? Der Umstand, dass Biologika sich vorteilhaft auf die Gefäßgesundheit auswirken, zeigt, dass mit Vitamin C eine billige Abhilfe gegen den Festigkeitsverlust der Gefäßgewebe zur Verfügung steht. Warum Vitamin C? Die Antwort: Biologika sind von antioxidativer Eigenschaft. Diese gewährleisten, dass der Organismus mit weniger Vitamin C auskommt. Jenes Vitamin C, das nicht zur Beseitigung freier Radikaler benötigt wird, kommt der Kollagenerneuerung in den Gefäßen zugute.
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