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Pflanzliche Arzneimittel und -tees auf dem Prüfstand

Mittwoch, 7. August 2019

Creativ Studio Heinemann / picture-alliance

Mainz/Kaiserslautern – Wissenschaftler der Universitäten Mainz und Kaiserslautern nehmen in einem Forschungsprojekt die Inhaltsstoffe pflanzlicher Arzneimittel und -tees in den Blick. Erste Zwischenergebnisse zeigten, dass bestimmte Substanzen in Pflanzen sich an Proteine binden könnten, teilte das Ge­sund­heits­mi­nis­terium in Mainz am Mittwoch mit. Diese Proteine seien für die menschliche Zellteilung wichtig. Gebe es bei der Zellteilung Fehler, könne Krebs entstehen.

Bei den untersuchten Substanzen handelt es sich laut Ministerium um sogenannte Pyrrolizidinalkaloide (PAs), die in der Natur vorkommen. Diese würden von den Pflanzen gebildet, um sich gegen Fraßinsekten zu schützen. Die ersten Forschungsergebnisse bedeuteten nicht, dass der Konsum von pflanzlichen Arzneimitteln oder -tees grundsätzlich gefährlich sei.

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„Es besteht keine akute Gesundheitsgefahr". Da in naturbelassenen Tees aber Naturprodukte enthalten seien, sei es ein Ziel des Projekts, Grenzwerte herauszufinden. Das Forschungsprojekt ist Anfang 2019 gestartet. Das Ge­sund­heits­mi­nis­terium unterstützt es mit 30 000 Euro. © dpa/aerzteblatt.de

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Avatar #79783
Practicus
am Freitag, 9. August 2019, 02:46

Phytopharmaka

die als ARZNEIMITTEL vertriebenen Phytotherapeutica sind seit Jahrzehnten auf bestimmte Leitsubstanzen standardisiert und frei von unerwünschten Begleitstoffen wie P.A.
Was dagegen als "Nahrungsergänzungsmittel" oder einfaches Gesundheitsprodukt ("traditionell verwendet für...") vertrieben wird, unterliegt ausschließlich dem Lebensmittelrecht!
Avatar #691359
Staphylococcus rex
am Freitag, 9. August 2019, 00:23

Überschrift nicht gelesen?

Wer hier gleich einen Generalangriff auf das Prinzip der Naturheilkunde vermutet, sollte einfach nochmal die Überschrift lesen. Es geht hier um pflanzliche Arzneimittel und pflanzliche Arzneitees. In der modernen Pharmakologie ist es eine Selbstverständlichkeit, dass zu Arzneimitteln der Wirkstoffgehalt und die Dosierungsempfehlungen vorliegen. Es geht hier also einfach nur um Grundlagenforschung. Ob Ob allerdings ein Zwischenbericht eines Förderprojekts unbedingt ins DÄ gehört, darüber kann man sicher diskutieren.

Ich persönlich finde einen Aspekt dieser Problematik interessant. Die meisten der pharmakologisch aktiven Substanzen haben eine Funktion als Schutz vor Fraßfeinden. Nun ist aber auch bekannt, dass Pflanzen über chemische Signale miteinander kommunizieren. Die Konsequenz könnte sein, dass bei einer Invasion von Fraßfeinden die Pflanzen eines größeren Areals gleichzeitig die Produktion dieser Substanzen hochfahren. Dies würde bedeuten, dass nicht nur einzelne Pflanzen, sondern ganze Chargen einen deutlich höheren Wirkstoffgehalt haben könnten. Und dies wäre dann schon relevant für die Sicherheit von pflanzlichen Arzneimitteln.

Wer kein Risiko eingehen möchte, sollte lieber gleich zur definierten Reinsubstanz greifen, im Beipackzettel steht alles zum Wirkstoffgehalt, zur Dosierungsempfehlung und zu den Risiken und Nebenwirkungen.
Avatar #2443
Weymayr
am Donnerstag, 8. August 2019, 11:12

Irreführendes Bild

Ihr Foto zeigt Globuli, die mit Pflanzlichen Arzneimittel nichts zu tun haben. Zum einen sind es keine Arzneimittel, weil sie keine oder keine pharmakologisch relevanten Substanzen oder Substanzmengen enthalten, zum anderen sind sie nicht explizit pflanzlich, weil jede Ausgangssubstanz verwendet werden kann.
Der weit verbreitete Irrtum Homöopathie = Naturheilkunde/Phytotherapie wird durch solche Text-Bildverknüpfungen leider noch weiter verbreitet.
Avatar #763881
Ruxandra1962
am Donnerstag, 8. August 2019, 11:00

Quelle ??

Für ein Fachjournal gehört es sich, dass wissenschaftliche Behauptungen (Hypothesen) mit einer Original Quelle zitiert werden. Das Elaborat der Pressestelle eines Ministeriums reicht nicht.
Avatar #754103
Biochemie
am Donnerstag, 8. August 2019, 09:54

Naturbelassene Pflanzenteile und ihre Wirkung?

Die zwei Zitate aus dem Artikel lösen eine unterschiedliche Wirkung aus:
1 gesund
2 gefährlich

"Diese Proteine seien für die menschliche Zellteilung wichtig. Gebe es bei der Zellteilung Fehler, könne Krebs entstehen."

"Die ersten Forschungsergebnisse bedeuteten nicht, dass der Konsum von pflanzlichen Arzneimitteln oder -tees grundsätzlich gefährlich sei."

Wir sollten dabei nicht vergessen, dass wir in Deutschland und den anderen 193 Ländern die längste Zeit mit der Natur lange sehr verbunden gelebt haben. Die Labore und Lebensweisen, wie wir sie heute kennen sind so 150 Jahre in unserem Leben.
Wenn Pflanzen an sich so gefährlich wären, wären wir schon ausgestorben.
Ich denke eher es macht Sinn, diese alten Traditionen wieder zu beleben. Es ist ein Teil unserer Deutschen Kultur. Heimatkunde in den Schulen.

Ob wir es war haben wollen oder nicht, wir können nicht alle Reaktionen im Labor vorhersagen, weil eine Pflanze aus vielen Stoffen besteht. Nur haben wir heute viele Schadstoffe in der Umwelt die andere Probleme aufkommen lassen. Die die Labore wieder benötigen.

Doch können wir von unseren Vorfahren einiges lernen mit der Natur zu leben.
Heute nicht mehr so wie früher aber etwas sollten wir uns in unser Leben integrieren.

Die Lebensmittelchemiker machen eine Konzert von Produkten und doch kann der Gesang von Vögeln manchmal einen beruhigen.
Was ich mit dem Vergleich sagen möchte ist, unser Gehirn lernt welche Stoffe es möchte.
Das muss aber nicht immer richtig sein.
Wir kennen die Wirkung von bestimmten Stoffen. Dazu dienen einige Produkte politische Nationalen Interessen.

Ich habe gehört , dass bestimmte Pflanzenteile bei der Entgiftung helfen oder es erst ermöglichen.
Wenn dieses so ist spricht es mit dafür unsere alten Traditionen weiter zu pflegen.















Avatar #102901
Ndino
am Mittwoch, 7. August 2019, 20:22

System?

Erst gegen Homöopathie, nun gegen pflanzlichle Tees.
Avatar #767191
para_B
am Mittwoch, 7. August 2019, 14:04

Und was ist mit Lebensmitteln?

Ich habe mit QS/QK nichts zu tun aber pflanzliche Arzneimittel bzw. deren Inhaltsstoffe müssen seit Jahren durch den Hersteller auf PA's kontrolliert werden. Zertifikate des Lieferanten reichen nicht aus. Wenn alle das wie unser Unternehmen (KMU - mit Fokus pflanzliche und traditionelle Arzneimittel) umsetzen müssen (strenge Kontrolle durch EMA, BfArM sowie Thüringer Landesbehörde), können keine bedenklichen Konzentrazionen vorhanden sein. Wir mussten z.b nachweisen, dass die 1.000 Liter am Tag Melissengeist, wo die PA Konzentration dann gefährlich wird, NIEMAND konsumiert.

Jeder Kinder-Bio-Tee hat da ein deutlich höheres Gefahrenpotential, dort winden sich Hersteller und Händler ständig mit "wir handeln nach der aktuellen Gesetzeslage" aus der Sache heraus. Und dabei gibt es dort keine Dosierempfehlung...

Die sollten mal überprüft werden!
LNS

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