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Nordrhein: Beratungsstellen sollten über Ärzte informieren, die Schwangerschafts­abbrüche vornehmen

Mittwoch, 7. August 2019

/dpa

Düsseldorf – In der Debatte um die Informationen zu Ärzten, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen, hat die Ärztekammer Nordrhein auf die Beratungsstellen für Frauen hin­gewiesen. „Die anerkannten Beratungsstellen sind der beste Ort für Informationen über Ärzte, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen“, sagte der Präsident der Kammer, Rudolf Henke. 

Er erinnert damit an einen Vorschlag des Deutschen Ärztetages vom Mai 2018. Dieser ging von dem Ziel aus, vor allem die individuellen Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten für Frauen in einer Konfliktsituation zu stärken.  „Dafür spielen – neben der Beratung durch Frauenärzte – die anerkannten Beratungsstellen nach Paragraf fünf Schwanger­schafts­konfliktgesetz eine zentrale Rolle. Ohne den Besuch in einer dieser Beratungsstellen kann der Schwangerschaftsabbruch in Deutschland ohnehin nicht durchgeführt werden“, so Henke.

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Die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) hatte Ende Juli auf ihrer Internetseite eine Liste veröffent­licht, welche Ärzte, Krankenhäuser und Einrichtungen in Deutschland aufführt, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen. Sie folgte damit einer Ergänzung des Paragrafen 219a, die Bundestag und Bundesrat in diesem Jahr beschlossen haben.

Die Liste wird auch von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) unter www.familienplanung.de veröffentlicht und gemeinsam monatlich aktualisiert. Allerdings sind bislang offenbar nur wenige Ärzte, die Schwangerschaftsabbrüche vornehmen, bereit, sich in das zentrale Verzeichnis aufnehmen zu lassen. Die Bundes­ärzte­kammer hatte darauf hingewiesen, dass es Ziel gewesen sei, die Liste„schnellstmöglich und rechtskonform“ auf den Weg zu bringen. Die Ärzte könnten sich freiwillig auf die Liste setzen lassen. Das Ärzteverzeichnis würde monatlich aktuali­siert, sagte ein Sprecher.

Das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium kündigte Anfang der Woche einen runden Tisch zu der Liste und den Informationen über Ärzte an, die Schwangerschaftsabbrüche vornehmen.

Die Informationsweitergabe über die anerkannten Beratungsstellen kommt laut der Ärztekammer Nordrhein hingegen den Bedenken von Ärzten entgegen, die nicht auf einer im Internet frei verfügbaren Liste erscheinen möchten. Über die Beratungsstellen sei eine neutrale, individuelle Information der betroffenen Frauen sichergestellt. „Nun kommt es lediglich darauf an, dafür zu sorgen, dass in den Beratungsstellen bekannt ist, welche Ärzte im Umfeld bereit sind, Schwangerschaftsabbrüche durchzuführen“, so Henke. © hil/aerzteblatt.de

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