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Ärzteschaft

KBV fordert Änderungen bei der Vergütung der Chronikerversorgung

Mittwoch, 7. August 2019

/dpa

Berlin – Die Versorgung von chronisch Kranken sollte anders vergütet werden als bislang. Das fordert die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV). „Wenn ein chronisch Kranker gut behandelt wird, muss er unter Umständen nicht jedes Quartal zum Arzt. Das ist ein Erfolg einer guten Betreuung durch die niedergelassenen Kollegen. Behandlung und Betreuung sind aber intensiv und aufwendig – und müssen sich in der Vergütung niederschlagen“, sagte der stellvertretende KBV-Vorstandsvorsitzende Stephan Hofmeister heute in Berlin.

Die KBV kritisiert die Abrechnung von Leistungen für Chroniker schon länger. So bezeichnete Hofmeister die Abrechnung der Chronikerziffern in seiner Rede vor der KBV-Ver­tre­ter­ver­samm­lung im vergangenen Dezember als „ewiges Ärgernis“. Neuregelungen im geplanten Gesetz zur Stärkung der Vor-Ort-Apotheken machen die Reform aber jetzt besonders dringlich.

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Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) hatte den Entwurf dazu Mitte Juli ins Kabinett gebracht. Damit sollen die Vor-Ort-Apotheken gegenüber den Versandapotheken gestärkt werden. Es sieht unter anderem auch vor, dass Ärzte chronisch kranken Patienten mit gleichbleibender Medikation ein speziell gekennzeichnetes Rezept ausstellen, mit dem Apotheker bis zu drei weiteren Malen das Arzneimittel abgeben können.

„Grundsätzlich sinnvolle Ansätze des Gesetzgebers, durch ein Wiederholungsrezept für Chroniker den bürokratischen Aufwand zu verringern, dürfen nicht das Gegenteil bewirken, nämlich finanzielle Einbußen für die Kollegen“, mahnte Hofmeister. Er halte daher die derzeitige Bindung der Chronikerziffer an die andauernde quartalsweise Behandlung für falsch. „Wir werden darüber mit den Krankenkassen sprechen. Klares Ziel dabei: Die Systematik der Chronikerziffer muss geändert werden“, so der KBV-Vize. 

© hil/aerzteblatt.de

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Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Mittwoch, 7. August 2019, 21:03

"Haltet den Dieb!"...

schrie der Dieb in die Menge seiner Verfolger, um vom eigenen Diebstahl abzulenken.

Was für ein jämmerliches Bild gibt hier die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) ab, um vom eigenen Versagen bei ihrem eigens konstruierten Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) abzulenken:

"03220 Zuschlag zur GOP 03000 für die Behandlung und Betreuung eines Patienten mit mindestens einer lebensverändernden chronischen Erkrankung
Beschreibung
Zuschlag zu der Versichertenpauschale nach der Gebührenordnungsposition 03000 für die Behandlung und Betreuung eines Patienten mit mindestens einer lebensverändernden chronischen Erkrankung
Obligater Leistungsinhalt
Persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt,
Fakultativer Leistungsinhalt
Fortlaufende Beratung hinsichtlich Verlauf und Behandlung der chronischen Erkrankung(en), Leitliniengestützte Behandlung der chronischen Erkrankung(en),
Anleitung zum Umgang mit der/den chronischen Erkrankung(en), Koordination ärztlicher und/oder pflegerischer Maßnahmen im Zusammenhang mit der Behandlung der chronischen Erkrankung(en),
Erstellung und ggf. Aktualisierung eines Medikationsplans und ggf. Anpassung der Selbstmedikation und der Arzneimittelhandhabung,
Überprüfung und fortlaufende Kontrolle der Arzneimitteltherapie mit dem Ziel des wirtschaftlichen und versorgungsgerechten Umgangs mit Arzneimitteln,
Abrechnungsbestimmung
einmal im Behandlungsfall
Anmerkung
Die Berechnung der Gebührenordnungsposition 03220 setzt die Angabe der gesicherten Diagnose(n) der chronischen Erkrankung(en) gemäß ICD-10-GM voraus. Die Gebührenordnungsposition 03220 ist im Behandlungsfall nicht neben den Gebührenordnungspositionen der "Onkologie-Vereinbarung" (Anlage 7 des Bundesmantelvertrags-Ärzte (BMV-Ä)) berechnungsfähig. Diese Ausschlüsse finden in versorgungsbereichsübergreifenden Berufsausübungsgemeinschaften, Medizinischen Versorgungszentren und Praxen mit angestellten Ärzten keine Anwendung, sofern diese Leistungen von Vertragsärzten des fachärztlichen Versorgungsbereiches erbracht werden.
Die Gebührenordnungsposition 03220 ist im Behandlungsfall nicht neben Leistungen gemäß § 6 (Abgrenzungen der fachärztlichen Versorgung) Anlage 5 des Bundesmantelvertrags-Ärzte (BMV-Ä) berechnungsfähig. Diese Ausschlüsse finden in versorgungsbereichsübergreifenden Berufsausübungsgemeinschaften, Medizinischen Versorgungszentren und Praxen mit angestellten Ärzten keine Anwendung, sofern diese Leistungen von Vertragsärzten des fachärztlichen Versorgungsbereiches erbracht werden.
Die Gebührenordnungsposition 03220 ist im Behandlungsfall nicht neben den Gebührenordnungspositionen 35111 bis 35113, 35120, 35130, 35131, 35140 bis 35142 und 35150 bis 35152 und nicht neben den Gebührenordnungspositionen der Abschnitte 30.5, 30.7, 30.9 und 35.2 berechnungsfähig. Diese Ausschlüsse finden in versorgungsbereichsübergreifenden Berufsausübungsgemeinschaften, Medizinischen Versorgungszentren und Praxen mit angestellten Ärzten keine Anwendung, sofern diese Leistungen von Vertragsärzten des fachärztlichen Versorgungsbereiches erbracht werden.
Abrechnungsausschlüsse
Leistungen Kapitel
in derselben Sitzung 03370, 03371, 03372, 03373, 37300, 37302, 37305, 37306
im Behandlungsfall 01630
Berichtspflicht
Nein
Ausschluss der Berechnungsfähigkeit der Pauschale für die fachärztliche Grundversorgung
Nein
Gesamt (Punkte) 130
Gesamt (Euro) 14,07
Kassenärztliche Bundesvereinigung Berlin, Stand 2019/3"

Dieses komplexe Leistungskonvolut ist der KBV ganze 14 € und 7 Ct. einmalig im Quartal wert.

Aber das ist noch steigerungsfähig:
"03221 Zuschlag zur GOP 03220 für die intensive Behandlung und Betreuung eines Patienten mit mindestens einer lebensverändernden chronischen Erkrankung
Beschreibung
Zuschlag zu der Gebührenordnungsposition 03220 für die intensive Behandlung und Betreuung eines Patienten mit mindestens einer lebensverändernden chronischen Erkrankung
Obligater Leistungsinhalt
Mindestens zwei persönliche Arzt-Patienten-Kontakte, Überprüfung und/oder Anpassung und/oder Einleitung von Maßnahmen der leitliniengestützten Behandlung der chronischen Erkrankung(en),
Fakultativer Leistungsinhalt
Fortlaufende Beratung hinsichtlich Verlauf und Behandlung der chronischen Erkrankung(en), Anleitung zum Umgang mit der/den chronischen Erkrankung(en),
Koordination ärztlicher und/oder pflegerischer Maßnahmen im Zusammenhang mit der Behandlung der chronischen Erkrankung(en), Erstellung und ggf. Aktualisierung eines Medikationsplans und ggf. Anpassung der Selbstmedikation und der Arzneimittelhandhabung, Überprüfung und fortlaufende Kontrolle der Arzneimitteltherapie mit dem Ziel des wirtschaftlichen und versorgungsgerechten Umgangs mit Arzneimitteln,
Abrechnungsbestimmung
einmal im Behandlungsfall...Gesamt (Punkte) 40 Gesamt (Euro) 4,33
Kassenärztliche Bundesvereinigung Berlin, Stand 2019/3"

Dieses komplexe Leistungskonvolut ist der KBV ganze 4 € und 33 Ct. einmalig im Quartal wert.

KBV - KABARETTISTISCHE BUNDESVEREINIGUNG!!!

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
LNS

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