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Politik

Krankenhäuser müssen sich auf mehr alte Patienten einstellen

Donnerstag, 8. August 2019

/VadimGuzhva, stockadobecom

Berlin – Die Krankenhäuser in Deutschland müssen sich vermehrt auf alte Patienten ein­stellen. Das untermauern neue Daten aus der Regionalstatistik von Bund und Ländern zu den Diagnosen der Kranken­hauspatienten für das Jahr 2017 (Statistik 23131), die kürz­lich veröffentlicht worden sind.

Demnach hat sich vor allem die Zahl der Menschen, die 95 Jahre oder älter sind (Ü95), und die vollstationär ins Krankenhaus eingewiesen wurden im Jahr 2017 im Ver­gleich zum Vorjahr um 10.640 erhöht. Das ist ein Plus von 11,07 Prozent.

Zugleich ist aber auch die Zahl der Ü95-Jährigen in der Bevölkerung deutlich an­­gestiegen. Waren es 2016 noch 108.000, sind es ein Jahr später rund 30.000 Ü95-Jährige mehr gewesen, wie die Alterspyramide des Statistischen Bundesamtes ausweist.

Damit erhöhte sich zwar die absolute Zahl der Ü95-Jährigen, die ins Krankenhaus einge­wiesen wurden. Die Quote der Einweisungen sank aber von rund 88 Prozent (2016) auf 77 Prozent (2017).

Gemessen an den Ü95-Jährigen wurden somit prozentual weniger Menschen dieser Alters­gruppe ins Krankenhaus eingewiesen, obwohl die absolute Zahl deutlich gestiegen ist. Gründe für die Entwicklung können die Statistiker nicht nennen.

Die Statistik weist auch die Hauptdiaganosen für die Einweisungen ins Krankenhaus auf. In mehr als 50 Prozent der Fälle wurden demnach die Ü95-Jährigen im Jahr 2017 wegen drei Erkrankungen vollstationär im Krankenhaus aufgenommen.

Dazu gehören Krankheiten des Kreislaufsystems mit einem Plus von 9,94 Prozent im Ver­gleich zu 2016. Deutlich angestiegen sind Krankheiten des Atmungssystems mit einem Zuwachs von 31,04 Prozent im Vergleich zu 2016. Dritte Hauptdiagnose waren Erkran­kungen des Ver­dauungssystems (plus 6,45 Prozent im Vergleich zu 2016).

Einen deutlichen Anstieg der Krankenhauseinweisungen weist die Statistik auch für die Altersgruppe der 80- bis 85-Jährigen aus. Diese erhöhte sich um 6,4 Prozent auf rund  1,77 Millionen Patienten. Einen absoluten Anstieg der vollstationären Krankenhaus­pa­tienten gab es auch bei den 85- bis 90-Jährigen sowie den 90- bis 95-Jährigen.

Einen leichten prozentualen Rückgang der Krankenhauseinweisungen verzeichnen die Daten hingegen bei den 70- bis 75-Jährigen sowie den 75- bis 80-jährigen Menschen in Deutschland.

Insgesamt ist die Zahl der vollstationär eingewiesenen Krankenhauspatienten der Regionalstatistik zufolge (alle Altersgruppen) im Jahr 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 106.952 gesunken. Sie ging von rund 19,96 Millionen (2016) auf 19,85 Millionen (2017) zurück.

Aufschluss gibt die Regionalstatistik auch über verschiedene Krankheitsbilder, zum Bei­spiel dazu, wie viele Patienten 2017 aufgrund von Krebsneubildungen vollstationär im Krankenhaus behandelt worden sind (siehe Karte). Je 1.000 Einwohner schwankt die Zahl zwischen 17,4 Fälle in Hamburg und 28,9 Fälle in Brandenburg. © may/aerzteblatt.de

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