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Medizin

Erhöhtes Sterberisiko bei ADHS durch Suizide, Unfälle und andere Verletzungen

Donnerstag, 8. August 2019

Frau steht in einer Menschenmenge und hält die Hände vor den Augen. /terovesalainen, stockadobecom
Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität sind die Kernsymptome der ADHS. /terovesalainen, stockadobecom

Stockholm – Menschen mit der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung ADHS haben im Verlauf ihres Lebens ein erhöhtes Risiko, auf nicht natürliche Weise zu sterben. Besonders gefährdet sind nach den Ergebnissen einer Langzeitstudie in JAMA Psychiatry (2019; doi: 10.1001/jamapsychiatry.2019.1944) Patienten mit einer späten Diagnose sowie solche mit psychiatrischen Begleiterkrankungen.

Menschen mit ADHS geraten durch ihre Unachtsamkeit und Impulsivität immer wieder in gefährliche Situationen. Frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass sie im Straßenverkehr häufiger in Unfälle verwickelt sind. Nicht durchdachte und übereilte Reaktionen verleiten sie häufiger zu riskanten Verhaltensweisen, die sich schnell als Fehler herausstellen, manchmal mit fatalen Folgen. Auch die Neigung zu einen Suizid ist erhöht.

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Eine Studie aus Dänemark hatte bereits gezeigt, dass die Gesamtmortalität doppelt so hoch ist wie im Rest der Bevölkerung und dass unbeabsichtigte Verletzungen die häufigste Todesursache im jüngeren Lebensalter sind (Lancet 2015; 385: 2190-2196).

Nicht natürliche Sterbeursachen sind häufig

Eine bevölkerungsbasierte Kohortenstudie aus Schweden liefert jetzt genauere Einblicke. Shihua Sun und Mitarbeiter vom Karolinska Institut in Stockholm haben die Daten zu 86.670 Menschen der Geburtsjahrgänge 1993 bis 2009 ausgewertet, bei denen die Diagnose einer ADHS gestellt wurde. Von diesen sind bisher 424 gestorben, davon 346 an nicht natürlichen Ursachen. Darunter waren 133 Suizide, 152 Unfälle und 61 andere nicht näher spezifizierte Ursachen.

Nach den Berechnungen von Sun sind Suizide fast 9-mal so häufig wie bei den übrigen Schweden gleichen Alters. Die Hazard Ratio betrug 8,63 und war mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 6,27 bis 11,88 hoch signifikant. Todesfälle durch Unfälle traten 4-mal häufiger (Hazard Ratio 3,94; 2,49 bis 6,25) auf, andere unnatürliche Todesursache waren 6-mal häufiger (Hazard Ratio 6,52; 3,68 bis 11,57).

Die ADHS allein erklärt jedoch nur einen Teil der Todesfälle. Jeder 2. Patient mit ADHS hatte weitere psychiatrische Diagnosen. Am häufigsten waren dies Angststörungen, Depressionen und Autismus-Spektrum-Störungen, aber auch Substanzmissbrauch und Verhaltens- und Persönlichkeitsstörungen sind bei ADHS-Patienten häufiger als bei anderen Menschen. Nicht wenige hatten 2 oder mehr psychiatrische Diagnosen erhalten.

ADHS und Substanzmissbrauch besonders riskant

Mit der Zahl der Diagnosen steigt auch das Sterberisiko. Bei Personen, die nur an einer ADHS litten, war es nur leicht erhöht (Hazard Ratio 1,41; 1,01 bis 1,97). Für die etwa 5 % der ADHS-Patienten mit 4 oder mehr psychiatrischen Diagnosen ermittelt Sun eine Hazard Ratio von 25,22 (19,60 bis 32,46). Als besonders riskant erwies sich das Zusammentreffen von ADHS und Substanzmissbrauch (Hazard Ratio 8,01; 6,16 bis 10,41) sowie von AHDS und einer Persönlichkeitsstörung (Hazard Ratio 4,45; 3,31 bis 5,99).

Eine weitere Beobachtung war, dass die Übersterblichkeit mit dem Alter zunimmt. Für Kinder ermittelte Sun einen nicht signifikanten Trend (Hazard Ratio 1,41; 0,97 bis 2,04). Im Erwachsenenalter betrug die Hazard Ratio 4,64 (4,11 bis 5,25).

Trotz dieser erheblichen Risiken blieb die Mehrheit der 85.670 Personen mit ADHS unversehrt. Ob ihnen dabei eine rechtzeitige medikamentöse Therapie geholfen hat, konnte die Studie allerdings nicht klären. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #114670
joerg57
am Sonntag, 11. August 2019, 11:58

Anleitung zur Diagnostik Adhs PDF

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,
meine Ehefrau und ich haben ein Adhs-Kind grossgezogen, was schlussendlich auch zu meinen Praxisschwerpunkt führte: Adultes Adhs.

Hier eine PDF in der meine Erfahrungen der letzten Jahre eingegangen sind:
https://drive.google.com/file/d/1azBkw8Xc2TOn92mQk5xeghOrj4J2DkPs/view?usp=drivesdk

Beste Grüsse DP Jörg Dreher


Avatar #79783
Practicus
am Freitag, 9. August 2019, 02:35

@Pro-Natur

Sie sind doch sonst so fit darin, die Aussagekraft von Studien anzuzweifeln, deren Ergebnisse ihnen nicht gefallen...
Haben Sie schon einmal bemerkt, dass sich ein Großteil der Items in den Testfragebogen zu ADHS auf das Verhalten in der Schule bezieht. "Home-Schooling-Kinder" bekommen also oft ein Kreuz bei "nein", weil die Situation fehlt.
Da offenbar die zuhause beschulten Kinder einen relevanten Teil der Ungeimpften stellten, könnte man eher sagen, dass ADHS durch den Schulbesuch erst entsteht (realiter eher: dort besonders bemerkt wird).
Ein viel wichtigerer Hinweis: "Oatext" ist eine Plattform, die gegen Zahlung einer Gebühr jede eingesandte Arbeit ohne Peer Review veröffentlicht, also ein "pseudo-wissenschaftliches Medium", um das seriöse Forscher einen großen Bogen machen.

Avatar #687997
Pro-Natur
am Donnerstag, 8. August 2019, 19:24

ADHS: Eine Impfkomplikation

Ungeimpfte Kinder haben weniger ADHS. https://www.oatext.com/Pilot-comparative-study-on-the-health-of-vaccinated-and-unvaccinated-6-to-12-year-old-U-S-children.php. NB: An der Studie nahmen ungeimpfte Kinder teil, die zuhause geschult wurden. Ungeimpft wird ihnen die Schule verwehrt. Dass sie nicht an Vorsorgeuntersuchungen teilnehmen, wo es sich hauptsächlich um's Impfen geht, ist ebenso selbstverständlich.
Avatar #749369
Ambush
am Donnerstag, 8. August 2019, 17:55

Geschlechterverhältnis bei 1:1

Ebenso auch hier der Verweis darauf, dass das Geschlechterverhältnis bei ADHS in Wahrheit bei 1:1 liegt https://www.refinery29.com/de-de/2017/04/151067/Mein-Recht-auf-adhs , da Beiträge hier im Nachhinein auch hinsichtlich Topp-Fehlern nicht mehr korrigiert werden können, verweise ich noch darauf, dass in dem Beitrag davor selbstverständlich "Nazi-Assoziationen" und nicht Nato gemeint war...
Avatar #749369
Ambush
am Donnerstag, 8. August 2019, 17:49

ADHS als zentrales Thema in der Psychiatrie insgesamt

Hier noch die Studie mit DGPPN-Präsident Arno Deister als Co-Autor zu den 59% ADHS in der Psychiatrie. https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/s-0043-119987?device=mobile&innerWidth=360&offsetWidth=360 Übrigens auch noch der Verweis auf Prognosen von international renommierten ADHS-Wissenschaftlern wie Russel Barkley, wonach sich das ADHS-Spektrum früher oder später als das zentrale Thema in der Psychiatrie insgesamt herausstellen wird... eben um die 50% ADHS in der Psychiatrie... die komplette Antifa, die komplette Drogenszene, das komplette Kollektiv an Obdachlosen gehört im Grunde ebenfalls durchgescreened auf ADHS. Das heißt nicht, dass dort jeder ADHS hat, aber ein gehörige Teil gewiss... ebenfalls bedeutet ADHS nicht, dass jeder Betroffene behandlungsbedürftig ist, erst recht nicht zu jedem Zeitpunkt in der Lebensspanne... ebenso bedeutet ADHS wie oben aufgeführt nicht, dass ADHS alleine vorliegt (Kurt Cobain hatte ADHS und parallel dazu als primäre Komorbidität Bipolare Störung) und noch etwas sollte zumindest darüber nachgedacht werden: ADHS kommt nicht in jeder Ethnie, jeder Nationalität, jedem Land gleich häufig vor, Stichwort Griechenland mit im Sinne von ADHS auffälligen Politikern wie Varoufakis oder bestimmte Ethnien u.a. aus vor allem Südosteuropa , die von der Durchschnittsbevölkerung in Deutschland als problematisch konnotiert wahrgenommen werden (Rassismus-Vorwürfen und Nato-Assoziationen sieht man sich an dieser Stelle ganz schnell ausgesetzt, sie sind aber unbegründet)... das was an verkapptem ADHS immer mehr als solches erkannt wird, das ist erst der Anfang, unter der Oberfläche, da ist noch viel mehr...
Avatar #749369
Ambush
am Donnerstag, 8. August 2019, 17:28

Quantitative Dimension von ADHS und Auswirkungen auf Gesellschaft und Volkswirtschaft immer noch klar unterschätzt

https://adhsspektrum.wordpress.com/2018/03/03/haeufigkeit-von-adhs-im-erwachsenenalter-in-der-allgemeinpsychiatrie/ , 59% ADHS in der Psychiatrie laut nach wissenschaftlichen Kriterien durchgeführter Studie verbieten ein schlichtes Darüber hinweg gehen durch Psychiater, Psychotherapeuten, Ärzteschaft und Gesellschaft insgesamt... aber ausdrücklich der Dank an das Ärzteblatt für das Covern der Thematik...
Avatar #749369
Ambush
am Donnerstag, 8. August 2019, 17:28

Quantitative Dimension von ADHS und Auswirkungen auf Gesellschaft und Volkswirtschaft immer noch klar unterschätzt

https://adhsspektrum.wordpress.com/2018/03/03/haeufigkeit-von-adhs-im-erwachsenenalter-in-der-allgemeinpsychiatrie/ , 59% ADHS in der Psychiatrie laut nach wissenschaftlichen Kriterien durchgeführter Studie verbieten ein schlichtes Darüber hinweg gehen durch Psychiater, Psychotherapeuten, Ärzteschaft und Gesellschaft insgesamt... aber ausdrücklich der Dank an das Ärzteblatt für das Covern der Thematik...
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