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Politik

Niedersachsens Sozialministerin wirbt für landesweite Nutzung von Notfall­managementsystem

Donnerstag, 8. August 2019

/dpa

Osnabrück – Niedersachsens Sozialministerin Carola Reimann (SPD) setzt sich für die landesweite Nutzung des Notfallmanagementsystems Ivena im Rettungswesen ein. Bei dem System sind Krankenhäuser, Leitstelle und Rettungswagen digital miteinander ver­netzt. Notfallpatienten werden dadurch schneller zu geeigneten Notaufnahmen gebracht, mühsames Herumtelefonieren nach freien Krankenhäusern entfällt.

„Das ist ein System, das Unterstützung bringt für die Profis und was Zeit spart für die Patienten“, sagte die SPD-Politikerin heute in Osnabrück. Bis 2022 stelle das Land 2,8 Millionen Euro für den Ausbau zur Verfügung. Auch das Land Bremen habe sich dem System angeschlossen. Derzeit nutzen 17 Leitstellen und 74 Krankenhäuser in Nieder­sachsen das System. Osnabrück, Hannover und Oldenburg gehören seit 2015 zu den Vor­reitern.

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Bei dem System sind die Teams in den Rettungswagen, die Leitstelle und die Kranken­häu­ser in Echtzeit miteinander vernetzt. Die Krankenhäuser bekommen vorab Informatio­nen über die Art des Notfalls, etwa, ob es eine Kopfverletzung nach einem Fahrradunfall ist oder ob es sich um einen Herzinfarkt handelt.

Dazu gibt es Informationen zu Alter und Geschlecht des Patienten. Damit könnten die Kli­niken schon Betten vorbereiten und Fachärzte informieren, während der Rettungswagen noch mit Blaulicht unterwegs ist, erklärte Andreas Mennewisch, ärztlicher Leiter der Rettungsstelle beim Landkreis Osnabrück. Auch habe sich die zielgenaue Auswahl der in Frage kommenden Notfallstationen durch Ivena deutlich beschleunigt, sagte Menne­wisch.

Dank des Systems wüssten die Disponenten genau, welches Krankenhaus überhaupt Ka­pazitäten etwa für einen Herzinfarkt habe und welche Klinik gerade mehr oder weniger stark frequentiert sei. „Früher hat man teilweise 30, sogar 40 Minuten nach einem freien Bett herumtelefoniert“, sagte Mennewisch. Das sei den Patienten nicht zumutbar gewe­sen.

Ein Vorteil des aus Hessen stammenden Systems sei auch, dass es leitstellenübergreifend vernetzt sei, so dass gerade für Notfälle auf dem Land die Suche nach freien Notfallplät­zen nicht an der Landkreisgrenze halt mache.

Der Wermutstropfen: Während die Leitstellen in den Regionen Osnabrück, Oldenburg und Hannover Daten austauschen können, geht das mit dem benachbarten Nordrhein-West­fa­len noch nicht. Bei Patienten, die rasch nach Ostwestfalen oder ins Münsterland gebracht werden sollen, müssen die Disponenten noch zum Telefonhörer greifen. Es gebe aber schon erste Gespräche auch mit den westfälischen Nachbarn, sagte Reimann.

© dpa/aerzteblatt.de

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