NewsPolitikFDP-Politikerin für Legalisierung von Leihmutterschaften
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

FDP-Politikerin für Legalisierung von Leihmutterschaften

Montag, 12. August 2019

/coffeemill, stockadobecom

Berlin – Die FDP-Politikerin Katrin Helling-Plahr hat sich für eine Legalisierung von Leih­mutterschaften und Embryonenspenden in Deutschland ausgesprochen. Das Embryonen­schutzgesetz aus dem Jahr 1990 sei längst überholt, da es medizinisch etablierte Verfah­ren verbiete, schreibt die Bundestagsabgeordnete auf ihrer Homepage.

Die Chancen der Reproduktionsmedizin müssten „umfassend nutzbar“ gemacht werden, indem beispielsweise die Eizellen- und Embryonenspende sowie die nichtkommerzielle Leihmutterschaft erlaubt würden. Zuerst hatte der Tagesspiegel berichtet.

Anzeige

Laut Embryonenschutzgesetz ist es in Deutschland verboten, einen Embryo einer Leih­mutter einzusetzen und das Kind von ihr nur austragen zu lassen. Ebenso verboten ist die gezielte Herstellung von Embryonen mit der Absicht, sie später zu spenden. Der Gesetz­geber will so die geschäftsmäßige Vermittlung von Embryonen unterbinden.

„Wenn beispielsweise eine Frau ein Kind für ihre Schwester oder ihre beste Freundin austragen möchte, weil diese sich zwar ein Kind wünscht, aber selbst keines bekommen kann, wollen wir das ermöglichen“, sagte Helling-Plahr dem Tagesspiegel.

Allerdings müssten solche Spenden dann aus uneigennützigen Motiven und nicht gegen Zahlung eines Entgelts erfolgen. Die deutsche Politik sei hier – im Vergleich zu anderen Ländern – „viel zu zögerlich“. Zudem brauche das Abstammungs- und Adoptionsrecht ein Update, Kinderwunsch-Behandlungen müssten umfassender bezuschusst werden.

Jeder, der Verantwortung für ein Kind übernehmen wolle, habe die Unterstützung seines Kinderwunsches verdient – unabhängig davon, ob er ein klassisches Familienbild lebe oder nicht, heißt es nach Tagesspiegel-Angaben in einem siebenseitigen Positionspapier Helling-Plahrs.

Die gesetzlich festgelegten Altersgrenzen für eine Förderung seien „willkürlich und bevormundend“. Und es könne nicht angehen, dass die „Frage, ob sich jemand eine solche Behandlung leisten kann, vom Wohnort und damit vom Zufall abhängt“. © dpa/kna/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

24. Juli 2020
Berlin – Anders als im Koalitionsvertrag vereinbart, will die Bundesregierung nun doch keine bundesweiten Zuschüsse für Kinderwunschbehandlungen einführen. Das geht aus der Antwort auf eine Kleine
Kinderwunschbehandlung: Regierung bricht Versprechen bundesweiter Förderung
22. Juli 2020
Berlin – Bayern will noch in diesem Jahr der Bundes-Förderkooperative „Hilfe und Unterstützung bei ungewollter Kinderlosigkeit“ beitreten, Rheinland-Pfalz und das Saarland planen entsprechende
Kinderwunschbehandlung: Drei Länder wollen Förderprogramm des Bundes beitreten
16. Juli 2020
Berlin – Die Kryokonservierung von Ei- und Samenzellen sowie die dazugehörigen medizinischen Maßnahmen werden künftig unter bestimmten Voraussetzungen von der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung bezahlt.
Kryokonservierung von Ei- und Samenzellen wird Kassenleistung
9. Juli 2020
Shanghai – Die sogenannte Vitrifikation, die an vielen Kliniken das langsame Tiefgefrieren der Embryonen abgelöst hat, war an einem großen chinesischen Zentrum mit einem deutlichen Rückgang der
IVF: Vitrifikation der Embryonen könnte zu weniger Schwangerschaften führen
25. Juni 2020
Berlin – Die Aufnahme des Social Freezing zur Familienplanung in den Leistungskatalog der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) ist nicht vorgesehen. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung
Regierung: Social Freezing wird keine Kassenleistung
24. April 2020
Berlin – Der Richtlinienentwurf des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses (G-BA) enthält nach wie vor den Vorschlag, dass Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, die an Krebs erkrankt sind, von einer
G-BA-Richtlinie zur Kryokonservierung sieht weiterhin Altersgrenzen vor
19. Februar 2020
Paris – Eine In-vitro-Maturation ermöglicht die Verwendung von unreifen Eizellen, die dem Ovar ohne vorherige Hormonbehandlung entnommen werden. In Frankreich wurde das Verfahren weltweit erstmals
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER