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Politik

Kritik an Behörden für Umgang mit traumatisierten Flüchtlingen

Montag, 12. August 2019

/dpa

Berlin – Im Umgang mit psychisch erkrankten Flüchtlingen haben Ärzte und Psychothe­rapeuten scharfe Kritik am Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) und den Ausländerbehörden geübt.

„Wir erkennen in den Zurückweisungen von traumatisierten Geflüchteten, dass das Bamf für seine Schreiben oftmals Textbausteine nutzt, um psychiatrische Gutachten und ärzt­liche Stellungnahmen als nicht ausreichend begründet abzuweisen", sagte die Vorsitzen­de der Bundesweiten Arbeitsgemeinschaft der Psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer (BAfF), Elise Bittenbinder, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

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Ihrer Meinung nach wirke dies, als würden sich Bamf-Mitarbeiter nicht mehr pro­fessi­o­nell mit jedem Einzelfall auseinandersetzen, „sondern pauschal und manchmal sogar sehr differenziert unsachgemäß urteilen“. Als ginge es vor allem darum, „politische Interessen durchzusetzen, und nicht um Fachlichkeit oder den bestmöglichen Schutz von Opfern von Gewalt“, sagte Bittenbinder.

Die BAfF ist der Dachverband für bundesweit rund 40 Psychosoziale Zentren. Nach eige­nen Angaben haben Ärzte und Psychotherapeuten 2013 etwa 10.000 traumatisierte Ge­flüch­­tete versorgt, 2018 waren es nach Angaben der BAfF-Vorsitzenden Bittenbinder schon mehr als 20.000.

Deutliche Kritik am Vorgehen der Behörden äußerte auch der Menschenrechtsbeauftragte der hessischen Landesärztekammer, Ernst Girth. „Die Regierungen, das Bamf und die Aus­länderbehörden versuchen in vielen Fällen, kritische Ärzte aus den Abschiebeverfahren rauszuhalten“, sagte er.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) wies die Vorwürfe zurück. „Bei Hin­weisen auf psychische Erkrankungen sind die Entscheider des Bundesamtes dahingehend sensibilisiert, besonders einfühlsam mit den Betroffenen umzugehen“, sagte ein Bamf-Sprecher auf Nachfrage. Das Bamf setzt nach eigenen Angaben in den Asylverfahren 218 Sonderbeauftragte für Traumatisierte und Folteropfer ein.

Seit August gilt das Geordnete-Rückkehr-Gesetz. Es hält auch fest, dass nur noch Atteste von Fachärzten wie Psychiatern oder ärztlichen Psychotherapeuten für traumatisierte Flüchtlinge durch das Bamf als mögliches Hindernis für eine Abschiebung akzeptiert werden. Stellungnahmen von Psychologischen Psychotherapeuten werden von den Behörden dagegen nicht mehr angenommen. © kna/aerzteblatt.de

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