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Telemedizin soll Behandlung des Diabetischen Fußsyndroms verbessern

Montag, 12. August 2019

/dpa

Berlin – Die Arbeitsgemeinschaft Diabetischer Fuß der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) und der Bund der Internisten (BDI) haben ein telemedizinisch basiertes Facharzt­konsil für das diabetische Fußsyndrom (DFS) entwickelt. Es soll helfen, Risikopatienten rechtzeitig zu identifizieren, der Heilungsverlauf zu verbessern und Amputationen zu vermeiden.

Laut DDG droht bundesweit schätzungsweise 40.000 Diabetespatienten aufgrund einer zu späten DFS-Diagnose eine Amputation. „Um die Prognose von Diabetespatienten mit diabetischen Fußläsionen zu verbessern, bedarf es einer interdisziplinären Zusammen­arbeit mit Spezialisten“, erläutert DDG-Vorstandsmitglied Ralf Lobmann.

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Ein Lösungsansatz sei dabei eine telemedizinische Vernetzung von Hausärzten mit den Experten der DDG-Arbeitsgruppe Diabetischer Fuß. So könnten behandelnde Ärzte per Videosprechstunde eine Zweitmeinung einholen und dadurch möglicherweise den Verlust der Extremität oder des Fußes vermeiden. Um das Konzept möglichst schnell in die Praxis zu überführen, wurden bereits Gespräche mit verschiedenen Kostenträgern angestoßen.

Ein zweites Projekt zur telemedizinischen Zweitmeinung wird derzeit in Baden-Württem­berg durchgeführt und durch das Landesministerium für Soziales und Integration unter­stützt.

„Dabei übermittelt der behandelnde Arzt die entsprechenden Daten über ein Evaluie­rungs­system an einen Experten, der diese innerhalb von 36 Stunden bewertet“, erläuterte DDG-Vorstand Ralf Lobmann. Das verbessere beim DFS nicht nur die Diagnose­qualität, sondern trage auch zur Entscheidungssicherheit von Arzt, Patienten und Ange­hörigen bei.

Nach Einschätzung von DDG-Präsidentin Monika Kellerer bietet die Telemedizin darüber hinaus ein großes Potenzial, um die Unterversorgung von Diabetespatienten im ländli­chen Raum auszugleichen: „Aktuell greift die Versorgung besonders gut in Ballungsräu­men, wohingegen es auf dem Land nur wenige Diabetologen gibt“, so Kellerer. Die Tele­medizin könne diese Distanz überbrücken und Versorgungsunterschiede ausgleichen. © hil/sb/aerzteblatt.de

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