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Ausland

Rasanter Anstieg bei gemeldeten Masernfällen weltweit

Dienstag, 13. August 2019

/dpa

Genf – Im ersten Halbjahr dieses Jahres hat die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) in 182 Ländern nach vorläufigen Zahlen fast 365.000 Masernfälle registriert. Das sind fast drei Mal so viele wie im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres und mehr als im ge­samten vergangenen Jahr, wie die WHO heute in Genf berichtete.

Die WHO ist alarmiert. „Millionen Menschen sind weltweit in Gefahr“, erklärte sie und empfahl Reisen­den, ihren Impfstatus zu prüfen. Ab einem Alter von sechs Monaten sollte jeder spätes­tens 15 Tage vor einer Reise in betroffene Regionen geimpft werden.

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2018 wurden weltweit gut 350.000 Masern-Erkrankungen gemeldet, mehr als doppelt so viele wie im Jahr davor. Die WHO betont aber, dass nur ein Bruchteil der tat­sächlichen Erkrankungen gemeldet werde. Die aktuellsten WHO-Schätzungen über die tatsächlichen Zahlen beziehen sich auf 2017. Damals seien vermutlich 6,7 Millionen Men­schen an Masern erkrankt und 110.000 gestorben. Bis 2016 waren die Masern-Zahlen weltweit rückläufig.

In der WHO-Afrikaregion sind die Probleme besonders groß. Dort sei die Zahl der gemel­de­ten Fälle in den ersten sechs Monaten dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeit­raum um 900 Prozent gestiegen, in der Westpazifikregion um 230 Prozent, so die WHO. In der Europa-Region stieg sie um 120 Prozent. Zu der Region zählen neben der EU auch Russland, die Türkei, Israel und die in Asien liegenden Länder Usbekistan und Aserbaid­schan.

In Deutschland war der Trend im vergangenen Jahr rückläufig: Nach knapp 930 Masern-Fällen 2017 wurden nach Angaben des Robert-Koch-Instituts 2018 etwa 540 Fälle ge­mel­det. In diesem Jahr haben aber schon mehrere Bundesländer mehr Masernfälle ge­meldet als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Das Bundeskabinett hatte zuletzt ein Gesetz für eine Masernimpfpflicht in Deutschland auf den Weg gebracht. Ab März 2020 müssen Eltern vor der Aufnahme ihrer Kinder in eine Kita oder Schule nachweisen, dass diese geimpft sind. Die Impfpflicht soll auch für Betreuer und Gesundheitspersonal gelten. Der Bundestag muss noch zustimmen. © dpa/aerzteblatt.de

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Avatar #771555
Rosenkohl
am Freitag, 16. August 2019, 14:07

Entwicklung der Masernzahlen, häufig falsch dargestellt

Lieber Dr. Steffen Rabe, Sie berücksichtigen glaube ich nicht die typische zweijährige Periode der Masernzahlen während der letzten 10 Jahre. Denn durchschnittlich gab es in den geraden Jahre 2010, 2012, 2014, 2016 und 2018 nur 451 Fälle, in den ungeraden Jahre 2011, 2013, 2015 und 2017 hingegen 1693 Fälle. Im Jahr 2019 gab es bisher 457 Fälle, ganze 7 Fälle (1,5%) mehr als im Vorjahreszeitraum. Somit werden am Ende des Jahres 2019 vorausschitlich sogar nur ca. 33% der Fälle der vorherigen ungeraden Jahre gemeldet worden sein.

Die längerfristige Entwicklung unabhängig, von saisonalen und zweijährigen Perioden, wird besser erfasst von der Zahl der Fälle der vergangenen 104 Wochen. Mit Datenstand 7. August 2019 gab es in den vergangenen 104 Wochen 1107 Masernfälle, der niedrigste Wert seit dem 2. Quartal 2010 und ca. 60% des langjährigen Durchschnitts.

Im Artikel steht "in diesem Jahr haben aber schon mehrere Bundesländer mehr Masernfälle gemeldet als im gleichen Zeitraum des Vorjahres". Es fragt wie jemand überhaupt auf die Idee kommt, darauf zu verweisen daß es Bundesländer mit mehr Masern als im Vorjahr gibt und nicht zu erwähnen daß es ebenso Bundesländer mit gleichviel oder weniger Masern gibt; statt offen die Anzahl der bisherigen Masernfälle 2019 zu nennen. Dies ist auch nicht das erste Mal, sondern man findet inzwischen in fast jeder Pressemeldung zu Masern eine verfälschte Statistik.

Entweder bei Deutscher Presse-Agentur oder im Robert-Koch-Institut sitzt anscheinend jemand, dem es daran gelegen ist, die Öffentlichkeit über die Entwicklung der Masernzahlen an der Nase herum zu führen.
Avatar #784585
Dr. F. Pürner
am Donnerstag, 15. August 2019, 08:21

Unverhältnismäßig

Die Einführung einer Impfpflicht in Deutschland wird die Masernfälle weder in der WHO- Afrikaregion noch in Russland aufhalten. Das ist der klägliche Versuch, mit Angst eine Impfpflicht in Deutschland durchzusetzen. Bitte schauen Sie sich alle die Masernzahlen für Deutschland an. Aus ärztlicher Sicht besteht kein Grund für eine Impfpflicht.
Avatar #687997
Pro-Natur
am Mittwoch, 14. August 2019, 01:20

Schmarrn, mehr nicht

Es wird auf die Impfpflicht geeicht. Berichte aus aller Welt, die mit Deutschland nichts zu tun haben. Haben wir längst durchblickt (gähn).
Avatar #771752
catch-the-day
am Dienstag, 13. August 2019, 18:54

"sektiererische Impfgegner"

Sehr geehrter Niedeul1
Ich bitte wenigstens um Kenntnisnahme er folgenden Fakten:
1. In den USA findet gerade ein Prozess von Robert F. Kennedy jr. - der schon erfolgreich Prozesse gegen Monsanto durchgefochten hat - gegen die großen Impfstoffhersteller statt.
Im Laufe des Prozesses werden die bis jetzt nicht veröffentichten Dokumente zu Tage gefördert - eine lange Liste persönlicher Bereicherungen, gefälschter Studien und geheimer Treffen.
Viel wichtig ist aber, dass es schon seit vielen Jahren erforscht ist, aber nicht veröffentlicht wurde, dass ungeimpfte Kinder wesentlich gesünder sind als geimpfte und viel weniger an den "Zivilisationserkrankungen" wie Allergien, Diabetes etc. erkranken.
https://childrenshealthdefense.org/news/research-reviews/fully-vaccinated-vs-unvaccinated-a-summary-of-the-research/

2. Dass Land Rheinland-Pfalz zahlt jährlich 22 Millionen für Impfschäden - und das ist nur die Spitze des Eisbergs von Kindern von Eltern, die sich einen guten Rechtsanwalt leisten können der die Anerkennung als Impfschaden durchfechten kann! Wieviel wird in den anderen Bundesländern für Impfschäden gezahlt?
Es ist wirklich bedauerlich, dass es die Anfrage eines AfD Politikers braucht um diese Sachverhalte zu diskutieren.
Nicht vergessen: Jeder Fall ist ein schwer geschädigter, seiner Lebensperpektive beraubter oder zumindest in seiner Lebensgestaltung schwer eingeschränkter Mensch mit Familie und Angehörigen, die natürlich ebenfalls schwer geschädigt sind - das kann eine finanzielle "Entschädigung" nie ausgleichen.
https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/politik/impfschaeden-rheinland-pfalz-zahlt-22-millionen/
Andere Details, wie z.B. dass Masernimpfungen statistisch nachweisbar NICHT zur Reduzierung von Masernerkrankungen oder -schädigungen führen bzw. historisch geführt haben, sollten inzwischen Allgemeingut sein.
Avatar #777960
Niedeul1
am Dienstag, 13. August 2019, 18:28

Masern ev. Impfzwang

Ich wünsche allen Organisationen und Beteiligten viel Glück bei der Durchsetzung des Impfzwangs. Sicher ist der grösste Teil der Ungeimpften bloss Impfmüde oder haben sich mit Falschinformationen der sektiererischen Impfgegner anstecken lassen. Mit dem Schritt voraus würde Deutschland eine Paraderolle übernehmen.
Avatar #697338
Dr. Steffen Rabe
am Dienstag, 13. August 2019, 15:56

Masern in Deutschland und Europa

Wichtig zu wissen: in D liegen die 2019er Masernzahlen bei unter 40% des langjährigen Mittels für diesen Zeitraum (https://www.impf-info.de/images/Med/Impfpflicht/Masern%20D%20nach%20KW.png)
Und in Europa sind derzeit lt. ECDC vor allem die Länder betroffen, die (teilweise schon seit vielen Jahren) eine Masernimpfpflicht eingeführt haben (https://www.impf-info.de/die-impfentscheidung/die-diskussion-%C3%BCber-die-impfpflicht/274-impfpflicht-un-wirksamkeit-update.html)
LNS

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