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Ausland

Erhöhte Arsenwerte bei Kindern nahe früherer Mine in Frankreich gemessen

Mittwoch, 14. August 2019

/picture alliance, abaca

Toulouse – Französische Behörden haben bei Untersuchungen in der Nähe einer Arsen­mine in Südfrankreich beunruhigende Mengen des giftigen Elements in Kindern festge­stellt. Die Gesundheitsbehörde ARS erklärte gestern, sie habe 103 Kinder im Alter von bis zu elf Jahren getestet. Von diesen hatten demnach 38 Arsenwerte über dem Richtwert von zehn Mikrogramm pro Gramm Kreatin in Urinproben. Bei zehn von ihnen seien sogar Werte von mehr als 15 Mikrogramm gefunden werden.

Die ARS kündigte Folgetests in zwei Monaten an, um zu erörtern, ob die Resultate von chronischem oder akutem Ausgesetztsein herrühren. Sollte ein zweiter Test ebenfalls über dem Richtwert liegen, „werden ARS-Teams Familien persönliche Unterstützung“ an­bieten, hieß es. In den meisten Fällen seien erhöhte Arsenwerte jedoch das Ergebnis kon­taminierter Lebensmittel wie Krustentiere oder Fleisch.

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Die Salsigne-Mine im Aude-Tal nahe Carcassonne war einst die größte Quelle für Arsen weltweit sowie Europas größte Goldmine. 2004 wurde sie geschlossen. Millionen Tonnen giftigen Abfalls wurden an fünf Orten der Umgebung deponiert. Nach Angaben örtlicher Verbände sind einige der Lagerstätten inzwischen undicht. Die Überschwemmung der ehe­­maligen Mine nach schweren Regenfällen im Oktober 2018 sorgte für Unruhe unter Anwohnern.

Der Bürgermeister des nahegelegenen Dorfes Lastours fordert eine schnelle Umlagerung des Sondermülls an sicherere Orte. „Sobald es regnet, wird es in weiter unten gelegenen Flüsse geleitet. Jeder weiß das, aber nichts wird getan“, sagte Bürgermeister Max Brail.

Behörden haben den Zugang zu einigen Spielplätzen in der Gegend abgesperrt und mit Boden- und Lufttests begonnen. Das Schwimmen oder Angeln im Fluss Orbiel ist ebenso verboten, wie das Essen von Obst und Gemüse aus zwölf Nachbarkommunen. Arsenver­giftung kann zu Verfärbungen und Verhärtung der Haut führen, bis hin zu verschiedenen Krebserkrankungen. © afp/aerzteblatt.de

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