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Politik

Menschen mit Behinderung haben in Sachsen-Anhalt mehr Wahlfreiheit

Mittwoch, 14. August 2019

/WavebreakmediaMicro, stockadobecom

Magdeburg – Menschen mit Behinderungen sollen in Sachsen-Anhalt künftig die Hilfe erhalten, die sie für die Teilhabe an Arbeit, Bildung, Sport, Kultur und anderen Lebens­be­reichen auch wirklich brauchen. Für jeden der landesweit 27.000 Leistungsberechtigten werde es einen individu­ellen Plan und eine Vereinbarung geben, kündigte Sozialminis­terin Petra Grimm-Benne (SPD) heute in Magdeburg an.

Bisher kamen die Leistungen für Wohnen, Lebensunterhalt und die Eingliederungshilfe aus einer Hand. Künftig bekommen die Menschen das Geld für den Lebensunterhalt auf ein Konto, sie müssen einen eigenen Miet- oder Betreuungsvertrag abschließen. Bei den Hilfen zur Teilhabe werden sie nach ihren Wünschen und Bedürfnissen gefragt.

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Geregelt sind die Details in einem heute zwischen Land und Verbänden der Leistungser­bringer abgeschlossenen Landesrahmenvertrag. Basis ist das Bundesteilhabegesetz. Grimm-Benne sprach von einem Meilenstein. Man entspreche einer wichtigen Forderung der Betroffenen selbst nach gleichen Chancen. Für diesen Bereich gibt das Land laut dem Ministerium in diesem Jahr etwa 500 Millionen Euro aus.

Leistungsberechtigt sind dem Ministerium zufolge beispielsweise 9.500 Menschen, die in Einrichtungen leben, und auch 11.000 Beschäftigte von Werkstätten für Menschen mit Behinderungen. Ein Teil von ihnen hat professionelle oder ehrenamtliche Betreuer, die sich um die persönlichen Belange kümmern, bei anderen sind es die Eltern oder andere Angehörige.

Der Vorstandsvorsitzende der Diakonie Mitteldeutschland, Oberkirchenrat Christoph Stol­te, betonte die Schlüsselstellung der Betreuer. Viele Leistungen müssten künftig einzeln beantragt werden. Die Betreuung werde komplexer, die Betroffenen müssten mitgenom­men werden, die Umsetzung sei entscheidend.

Das Ministerium kündigte an, alle Betreuer im Land würden geschult, alle Betroffenen seien angeschrieben und informiert worden. Geplant sei, die 200 Seiten umfassende Vereinbarung in einfache Sprache zu übersetzen und zu veröffentlichen. © dpa/aerzteblatt.de

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