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Tödliches Usutuvirus grassiert unter Vögeln

Montag, 19. August 2019

Berlin – Nach dem Hitzesommer 2018 grassiert Umweltschützern zufolge auch in diesem Jahr das für Vögel tödliche Usutuvirus. Das „massive Amselsterben“ wiederhole sich, berichtete der Umweltverband Nabu heute.

Bis Mitte August wurden dem Nabu deutschlandweit bereits mehr als 1.300 Verdachts­fälle gemeldet, die fast 9.000 kranke oder tote Vögel betrafen. 2018 waren es im glei­chen Zeitraum 800 Meldungen und im gesamten Jahr fast 13.500 gewesen.

Der vergangene trockene und heiße Sommer war Experten zufolge offensichtlich günstig für die Ausbreitung des wärmebedürftigen, von Stechmücken übertragenen Usutuvirus. Dieses Jahr sei genauso heiß, dabei aber deutlich feuchter und mückenreicher als das Vorjahr. „Daher könnte die diesjährige Usutusaison noch stärker ausfallen“, erklärte Renke Lühken vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin.

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Der tropische Krankheitserreger kommt ursprünglich aus Afrika, Südostasien und Süd­ame­rika. In Deutschland wurde er bei Vögeln erstmals 2011 nachgewiesen. Zunächst nur in warmen Gegenden wie dem Rheintal zu finden, breitete sich das Virus in Deutschland aus. Inzwischen sei „kein deutsches Bundesland mehr usutufrei“, erklärte Nabu-Vogel­schutzexperte Lars Lachmann. „Nur aus höher gelegenen Mittelgebirgsregionen werden bisher noch keine toten Vögel gemeldet.“

Insbesondere Amseln und andere Singvögel können während der Saison für Stechmücken zwischen Mai und September betroffen sein. Kranke Vögel werden apathisch, flüchten nicht mehr und sterben meist nach wenigen Tagen. Es gibt keine Impfung oder Behand­lungsmöglichkeit. Das Ansteckungsrisiko ist für Menschen sehr gering. Wer tote Vögel findet, sollte sie aber nicht anfassen. © afp/aerzteblatt.de

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