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Ostdeutsche unzufrieden mit Gesundheits­versorgung vor Ort

Dienstag, 20. August 2019

/Milton Oswald

Berlin – Menschen im Osten Deutschlands empfinden ihre Gesundheitsversorgung vor Ort schlechter als die Einwohner der meisten westlichen Bundesländer. Das geht aus einer Umfrage des Bundesverbandes der Arzneimittelhersteller (BAH) hervor.

Demnach beurteilte weniger als jeder Zweite in Brandenburg (45 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (46 Prozent), Sachsen-Anhalt (48 Prozent) und Sachsen (49 Prozent) die Gesundheitsversorgung an seinem Wohnort mit „sehr gut“ oder „gut“. Zum Vergleich: In Bayern beurteilten 66 Prozent der Befragten die Gesundheitsversorgung vor Ort als „gut“ oder „sehr gut“. Der deutschlandweite Durchschnitt lag bei 60 Prozent.

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Zudem bewerteten die Bewohner der ostdeutschen Bundesländer die eigene Situation vor Ort schlechter als die Versorgungssituation in Deutschland insgesamt. So gaben 37 Prozent der Befragten in Sachsen dem deutschen Gesundheitswesen die Note 1 oder 2, der bundesweite Durchschnitt lag hier nur bei 36 Prozent.

Ein ähnliches Bild ergab die Befragung im Hinblick auf die Zukunft der Gesundheitsver­sor­­gung: Diese beurteilten die Teilnehmer in den östlichen Bundesländern meist für Ge­samtdeutschland positiver als für den eigenen Wohnort. So erwarten etwa 41 Prozent der Brandenburger eine Verschlechterung der Gesundheitsversorgung vor Ort. Doch nur 36 Prozent der Brandenburger prognostizierten eine Verschlechterung deutschlandweit.

Darüber hinaus ergab die Befragung des BAH einen Zusammenhang zwischen der Orts­größe und der Bewertung der Gesundheitsversorgung vor Ort: je größer der Wohnort, desto höher die Zufriedenheit mit der Versorgung. In Dörfern und Städten mit bis zu 20.000 Einwohnern schätzten 51 Prozent der Befragten die Situation als gut oder sehr gut ein. In Städten mit einer Einwohnerzahl zwischen 20.000 und 200.000 Einwohnern waren es bereits 59 Prozent, in Städten mit über 200.0000 Einwohnern sogar 66.

„Diese Ergebnisse sind ein Alarmsignal für Politik und Gesellschaft und bestätigen, was auch andere Befragungen und Statistiken schon ergeben haben: Die Gesundheits­ver­sor­gung ist vor allem in den ländlichen Regionen unterdurchschnittlich, und das betrifft ins­besondere die ostdeutschen Bundesländer“, sagte BAH-Hauptgeschäftsführer Hubertus Cranz.

Denn die ostdeutschen Bundesländer seien größtenteils ländlich geprägt. Beispielsweise gebe es nur sieben Städte, die mehr als 200.000 Einwohner hätten. „Die Gesundheitsver­sorgung vor Ort muss in strukturschwachen Regionen konsequent gefördert werden, um den Menschen dort einen niedrigschwelligen Zugang zu Ärzten, Fachärzten, Kranken­häu­sern und Apotheken zu geben“, forderte Cranz. © hil/sb/aerzteblatt.de

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Avatar #763956
dubito
am Dienstag, 20. August 2019, 21:04

Eine Sache der Perspektive

Natürlich gibt es auch in Westdeutschland strukturschwache Gebiete - man nehme mal nur den Norden, das Emsland bis rauf zur Küste, die kleinen Städte mal ausgenommen. Wie wird die medizinische Versorgung dort warhrgenommen? Wie ist sie real? Wie ist sie real im Vergleich z. B. zu Mecklenburg?
Vielleicht ist es auch nur vielerorts das Gefühl, "abgehängt" zu sein - und dies macht (nicht unberechtigt) der Politik Sorge: dieses mitunter irreale Gefühl ist es, das die Menschen in die Arme dieser irrealen Partei treibt ... Alternative für's Denken ... oder so - und das genau macht der Politik im Eigentlichen Sorgen.
LNS

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