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Politik

Landeanflüge sind Quelle für Ultrafeinstaub­belastung

Dienstag, 20. August 2019

/photowahn, stock.adobe.com

Wiesbaden/Frankfurt am Main – Landeanflüge zum Flughafen in Frankfurt am Main tragen zur städtischen Umweltbelastung mit Ultrafeinstaub bei. Allerdings ist diese Belastung deutlich geringer als solche, die durch das Flughafengelände selbst entsteht, wie aus Messungen des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) in Wiesbaden hervorgeht.

Ultrafeinstaub besteht aus sehr kleinen Partikeln in der Luft. Sie stehen in Verdacht, wo­möglich gesundheitsschädlich zu sein. „An allen Standorten (der Messgeräte) treten bei Wind aus Richtung des Flughafens stark erhöhte Partikelkonzentrationen auf“, heißt es in dem heute veröffentlichten Bericht. Sobald der Wind nur geringfügig aus dem Sektor Flughafen herausdrehe, sinke die Konzentration auf einen Bruchteil.

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Außerdem träten bei Wind aus der Richtung, in der sich Flugzeuge im Landeanflug befin­den, im Mittel signifikant höhere Konzentrationen auf, erklärten die Wissenschaftler. Dies beziehe sich auf Maschinen, die eine Flughöhe von 400 Metern oder niedriger erreicht hätten. Nach erster Schätzung erstrecke sich dieser Bereich bis zu einem Abstand von etwa sieben bis acht Kilometern vom Aufsetzpunkt.

„Diese Befunde zeigen, dass der Flugbetrieb eine bedeutende Quelle für ultrafeine Parti­kel darstellt, die zu erhöhten Konzentrationen in der Umgebung führt“, resümierte das HLNUG. Diese Partikel sollen auch künftig in der Umgebung des Flughafens und in Frank­furt gemessen werden.

Zu wenig über Ultrafeinstaub bekannt

Die Wissenschaftler erhoffen sich mehr Klarheit etwa über die Frage, bis zu welcher Ent­fer­­nung vom Airport sich der Einfluss des Flugbetriebs in den Ultrafeinstaubkonzentra­tio­nen am Boden widerspiegelt. Dabei geht es unter anderem um die Auswirkungen von starten­den Flugzeugen.

Über die genaue Wirkung von Ultrafeinstaub wisse man aktuell noch nicht genug und es gebe bisher keine EU-weiten Grenzwerte, erklärten Hessens Umweltministerin Priska Hinz und Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (beide Grüne). Trotzdem sollten alle vernünf­ti­gen Schritte ergriffen werden, um solche Emissionen zu verhindern. Dass Ultrafein­staub­partikel nicht gesund seien, könne man heute schon mit ziemlicher Sicherheit sagen.

Die schwarz-grüne Landesregierung hatte sich im Koalitionsvertrag darauf geeinigt, eine größere Wirkungsstudie zu Ultrafeinstaub in die Wege zu leiten. Zur fachlichen Vorberei­tung ist diese Woche (22./23. August) in Frankfurt eine Expertenanhörung geplant.

Hessens Wirtschaftsminister Al-Wazir forderte, den Grenzwert für Schwefel im Kerosin zu senken. Bislang darf der Flugzeugtreibstoff ein Vielfaches mehr an Schwefel enthalten als etwa Diesel für Autos oder Schiffe.

Ein hoher Schwefelgehalt führe allerdings zu einer deutli­chen Zunahme von Ultrafein­staub. „Dazu brauchen wir klare europaweite Vorgaben“, er­klärte Hinz. Hessen wolle sich außer­dem bei der Entwicklung synthetischer Kraftstoffe ohne Schwefelanteile oder sonstige Verunreinigungen engagieren.

Außerdem forderten die Minister, den Einsatz von Verbrennungsmotoren auf dem Flug­hafengelände so weit wie möglich zu vermeiden. „Wir brauchen mehr elektrobetriebene Fahrzeuge auf dem Vorfeld“, erläuterte Hinz. „Und wir müssen erreichen, dass Flugzeuge an den Terminalgebäuden beispielsweise klimatisierte Luft für die Flugzeugkabinen be­reitgestellt bekommen, damit sie dafür nicht extra die Hilfsturbinen anwerfen müssen.“

Am Thema Ultrafeinstaub zeige sich zudem, dass „aus Umwelt-, Lärmschutz- und Klima­gründen zumindest bei Kurzstrecken auf umweltfreundlichere Verkehrsträger als den Luftverkehr gesetzt werden muss“. © dpa/aerzteblatt.de

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