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Politik

Neue Düngeregeln gegen Nitrat im Wasser

Mittwoch, 21. August 2019

/Margit Power, stock.adobe.com

Berlin – Im Streit um zu viel Nitrat im Grundwasser hat die Bundesregierung einen neuen Vorschlag für strengere Düngeregeln vorgelegt. Er enthält unter anderem neue Pflichten für Bauern, die Düngermenge zu dokumentieren, längere Sperrfristen sowie striktere Vorgaben an Hängen, wie das Bundeslandwirtschaftsministerium heute nach einem rund zweistündigen Treffen mit Bundesländern und Verbänden mitteilte.

Mit diesen Vorschlägen reisen Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) und Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) am kommenden Mittwoch nach Brüssel, um ein weiteres Verfahren gegen Deutschland vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) zu verhindern.

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Die EU-Kommission hatte Deutschland wegen zu überhöhter Nitratwerte im Grundwasser bereits verklagt und Recht bekommen. Düngen etwa mit Gülle und Festmist ist eine Hauptursache dafür, dass an vielen Messstellen in Deutschland die Grenzwerte über­schritt­­en werden.

Das Urteil bezog sich zwar noch auf ältere Düngeregeln. Aber auch die erst 2017 geän­der­ten Vorgaben müssen nun verschärft werden, sonst könnten teure Strafzahlungen drohen. Nitrat ist wichtig für Pflanzen, zu viel davon kann die Natur aber aus dem Gleich­gewicht bringen. Außerdem können aus Nitrat gesundheitsgefährdende Nitrite entstehen.

Politisch ist das Thema extrem umstritten, weil das Umweltministerium für den Schutz des Bodens und des Wassers zuständig ist, aber das Agrarministerium für die Düngevor­gaben. „Das Ziel ist eine praktikable und zugleich umweltschonende Lösung“, teilten beide Ressorts gemeinsam mit. Von Bundesländern und Verbänden habe es für die Vor­schläge „breite Zustimmung“ gegeben.

Die Wasserversorger zeigten sich nach dem Treffen nicht zufrieden. Unklar ist auch, ob die EU-Kommission mit den neuen Vorschlägen aus Berlin einverstanden ist. Das dürfte frühestens nach dem Treffen der beiden Ministerinnen mit Umweltkommissar Karmenu Vella kommende Woche feststehen. © dpa/aerzteblatt.de

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Avatar #768821
Himmelsrichtungen
am Donnerstag, 22. August 2019, 02:17

Nitrat im Grundwasser

Neue Regeln im Umgang mit den stark überhöhten Nitratbelastungen des Grundwassers in Deutschland sind sicher vonnöten. Die Einhaltung der diesbezüglichen Verordnungen müssen jedoch viel,besser kontrolliert werden. Wie kann es sein, dass Landwirte, z.,B. un der Nähe der holländischen Grenze im grossen Stil Tanklaster mit Gülle aus den Niederlanden angeliefert bekommen und Felder und Wiesen damit regelrecht verswuchen, ohne dass dem Einhalt geboten wird. Das ist sicher auch schon jetzt nicht erlaubt. Es fehlen noch die nötigen Kontrollen und vielleicht auch eine bessere Aufklärung der Bevölkerung und besonders der Landwirte über die Folgen dieser Überdümgung auf die Ökologie des Bodens und des Grundwassers aus dem letztlich unser reines Trinkwasser gewonnen bzw. aufbereitet werden muss. Letzteres wird für die Wasserwerke immer aufwendiger und schwieriger und für uns Verbraucher immer teurer. Auch muss Aufklärung über solch relevante Themen schon in der Schule beginnen und bei entsprechenden berufsausbildenden Sparten ( Landwirte, Landschaftsgärtner etc., auch während universitärer Ausbildungen) stärker thematisiert werden. Besonders Landwirtschaftskammern und Bauernverband haben hier eine wichtige Aufgabe zur Erhaltung der Ressourcen. Die Politik muss dem ja nun zwangsläufig mehr Beachtung schenken, da sonst hohe Zwangszahlunhen an die EU fällig sind. Alles längst überfällig, aberbesser spät als nie!
LNS

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