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Patienten des Herzzentrums Dresden erhalten leicht verständliche Entlassbriefe

Mittwoch, 21. August 2019

/dpa

Dresden – Das Herzzentrum des Universitätsklinikums Dresden hat ein Pilotprojekt gestartet, um Patienten besser zu informieren. Im Rahmen des Projektes übergibt die Einrichtung ihren Patienten ab sofort bei der Entlassung zusätzlich zum Entlassbrief einen leicht zu verstehenden Patientenbrief.

Damit will das Herzzentrum das Entlassmanagement effektiver und verständlicher ge­stalten – kostengünstig und ohne den Einsatz zusätzlicher zeitlicher Ressourcen. Das Pilotprojekt wird durch eine umfangreiche Studie in Zusammenarbeit mit dem Bereich Allgemeinmedizin des Universitätsklinikums der Technischen Universität Dresden evaluiert.

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Grundlage für das Projekt ist die Software von „Was hab‘ ich?“. Mittels der an die Klinik-IT angeschlossenen Software werden die individuellen Patientenbriefe auf Basis struktu­rierter Entlass-Daten erzeugt – die fertigen Dokumente kann die Klinik automatisch drucken und den Patienten direkt übermitteln.

Patienten können so nach dem Kranken­haus­auf­enthalt ein verständliches Dokument mit nach Hause nehmen, das sie über ihre Diagnosen, durchgeführte Untersuchungen und die verordneten Medikamente informiert.

Das System ist mit tausenden leicht verständlichen Textbausteinen befüllt. Erstellt wur­den diese von den hauptamtlich bei „Was hab‘ ich?“ beschäftigten Ärzten, die Experten für leicht verständliche Gesundheitstexte sind.

„Kommunikation, also der Austausch von Informationen, funktioniert nur dann, wenn beide Seiten den Inhalt verstehen und hieraus resultierend korrekt handeln. Dass das nicht immer der Fall ist, sehen wir häufig im Klinikalltag“, erklärte der Ärztliche Direktor des Herzzentrums Dresden, Axel Linke. Deshalb sei der Patientenbrief eine vielverspre­chende Ergänzung zum regulären Arztbrief. Denn Informationen aus den täglichen Visi­ten und dem Arzt-Patienten-Gespräch würden oftmals nur teilweise behalten.

Später, nach Entlassung aus der Klinik, geben die mit Fachtermini vollen Dokumente nur wenig oder unzureichend Aufschluss über das Krankheitsbild und verunsichern Patienten. „Das hier in Dresden entwickelte Tool von ,Was hab‘ ich?' informiert die Patienten nicht nur laienverständlich über ihre Erkrankung, sondern gibt ihnen auch die Möglichkeit, sich bewusster zu verhalten, auf ihre Gesundheit zu achten und ihren Lebensstil anzupassen“, sagte der Herzexperte. © hil/sb/aerzteblatt.de

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Salzer
am Mittwoch, 21. August 2019, 21:19

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