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Politik

Grüne wollen höhere Zuweisungen für Versicherte in ländlichen Regionen

Mittwoch, 21. August 2019

/dpa

Berlin – Die Grünen haben vorgeschlagen, dass Kranken­kassen unter bestimmten Voraus­setzungen höhere Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds für Versicherte in länd­lichen Regionen erhalten. Das geht aus einem neuen Papier hervor, das Bundes- und Landespo­li­­ti­ker der Partei erarbeitet haben.

Darin geht es um die Frage, wie die Gesundheitsversorgung in ländlichen Regio­nen ver­bessert werden kann. Als wichtigen Schlüssel sehen die Grünen eine stärkere regionale Verantwortung für die Versorgung. Durch die gemeinsame Übernahme von Versorgungs­verant­­wortung in der Region insbesondere durch Ärztenetze, Kranken­häuser, Kranken­kasse, Gesundheits- und Pflegezentren oder Apotheken soll das Interesse am gemeinsa­men Handeln für die Gesundheit der Menschen gefördert und das Sektoren­denken über­wunden werden.

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Die Autoren befürworten daher Versorgungszentren und andere Gesundheitseinrich­tun­gen in eigener Trägerschaft der Kommunen, die dadurch direkten Einfluss auf die Da­seins­vorsorge vor Ort nehmen können. Es reiche jedoch nicht, sich eine sektorenübergrei­fende Versorgung in Gesundheitsregio­nen nur zu wünschen. Nötig seien wirksamer An­reize, um insbesondere Krankenkassen dazu zu bewegen, sich endlich für eine solche regionale Versorgung einzusetzen.

„Wir schlagen daher vor, dass Krankenkassen, die einen solchen Gesundheitsregionen-Vertrag mit regionalen Akteuren abschließen, für jeden ihrer Versicherten in dieser Regi­on eine höhere Zuweisung aus dem Gesundheitsfonds erhalten“, erklärten die Politiker.

Zugleich müssten die Gemeinsamen Landesgremien nach § 90a SGB V aufgewertet wer­den. Sie sollen künftig verbindliche Entscheidungen für solche Gesundheitsregionen-Ver­träge in unterversorgten oder von Unterversorgung bedrohten Regionen treffen können. Ziel sei es, dass bis 2025 zehn Prozent der deutschen Bevölkerung in solchen Gesund­heits­re­gionen versorgt werden.

Damit würde ein starkes Signal gesetzt, dass Gesundheitsregionen, Vernetzung und Ko­operation Vorfahrt im Gesundheitswesen erhalten. Die Politiker empfehlen zudem ländli­che strukturschwache Regionen gezielt beim Aufbau von Gesundheitsregionen zu för­dern.

„Hierzu gehören etwa der Aufbau der notwendigen Managementstrukturen, Beteiligungs­möglichkeiten für die Menschen vor Ort sowie die laufende Evaluation der Versorgungs­qualität“, heißt es in dem Papier. Darüber hinaus sollte der barrierefreie Zugang zu Ver­sor­gungseinrichtungen, der Aufbau von bedarfsgerechten Angeboten der Primärversor­gung sowie passgenaue Konzepte für die Geburtshilfe und Hebammenversorgung ge­fördert werden.

Hintergrund für die Überlegungen der Grünen ist, dass besonders in ländlichen Regionen Ost­deutsch­lands viele Menschen eine Verschlechterung der gesundheitlichen Versorgung wahrnehmen. Die Probleme in den ländlichen und strukturschwachen Regionen duldeten keinen Aufschub. Das gelte aber nicht nur für Ostdeutschland. © hil/sb/may/aerzteblatt.de

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