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Ärzteschaft

Verschärfung statt Beruhigung beim Hausärztemangel im Saarland

Donnerstag, 22. August 2019

/dpa

Saarbrücken – Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Saarland befürchtet, dass sich der Hausärztemangel im Land weiter verschärfen wird. Aktuell gebe es 40 freie Hausarzt­stellen, die Zahl werde sich nach Einschätzung des KV-Vorsitzenden Gunter Hauptmann „tendenziell verdoppeln“. Dafür verantwortlich sei auch eine bevorstehende neue Be­darfsplanung, die die Verhältniszahlen zwischen Patienten und Ärzten verändert.

„Das heißt, der Hausärztemangel wird noch drastischer, auch wenn die Zahl der Haus­ärzte bleibt“, sagte der stellvertretende KV-Vorsitzende Joachim Meiser gestern vor Journalisten in Saarbrücken. Konsequenz sei eine drohende Unterversorgung, die nur durch entsprechende Fördermaßnahmen aufgefangen werden könne.

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Von den 670 Hausärzten im Saarland seien mehr als 18 Prozent älter als 65 Jahre, „teil­weise etliche über 70“, so Meiser. Im Durchschnitt seien die Ärzte, die ihre Praxis aufge­ben, 63. In den nächsten fünf Jahren rechne man damit, dass 50 Hausärzte ihre Tätigkeit beenden. Die Suche nach Nachfolgern gestaltet sich schwierig.

Hier setzt die KV auch auf die Kommunen. „Wir starten eine Tour durch die Gemeinden, um die Bürgermeister zu sensibilisieren“, kündigte Meiser an. Nachdem er im vergange­nen Jahr noch beklagt hatte, dass viele den bevorstehenden Hausärztemangel unter­schät­zten und Des­interesse vorherrsche, seien viele Bürgermeister jetzt offenbar „wacher geworden“.

Schützen­hilfe könnten Kommunen etwa geben, indem sie interessierten Haus­ärzten bei der Suche nach Räumlichkeiten, Kitaplätzen oder Arbeitsplätzen für die Partner helfen. © dpa/aerzteblatt.de

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