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Westfalen-Lippe: Umfrage zeigt wachsende Unzufriedenheit über Versorgung auf dem Land

Freitag, 23. August 2019

/Thomas Reimer, stockadobecom

Dortmund – Die Menschen auf dem Land in Westfalen-Lippe sind häufiger als in der Großstadt der Auf­fassung, ihre Versorgung durch Ärzte und Krankenhäuser sei schlechter geworden. Das ist Ergebnis einer Umfrage, die die AOK Nordwest in dem Landesteil durch­geführt und gestern in Dortmund vorgestellt hat.

Insgesamt gab etwa jeder fünfte der 400 ausgewählten Befragten an, das Angebot an Fachärzten, Hausärzten und Krankenhäusern vor Ort habe sich in den vergangenen Jahren verschlechtert. In Städten mit 100.000 Einwohnern und mehr waren es jeweils mehrere Prozentpunkte weniger.

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Insgesamt fiel die Zufriedenheit mit der hausärztlichen Versorgung am Wohnort aber hoch aus, hieß es. 83 Prozent der Menschen in der Region sind mit ihren Hausärzten sehr zu­frieden oder zufrieden. Bei Krankenhäusern sind es 74 Prozent und bei Fachärzten nur noch 56 Prozent.

Bei der Akzeptanz neuer Lösungsansätze für die medizinische Versorgung zeigt die Um­frage ein geteiltes Bild. Sehr wichtig sei den Menschen bei der medizinischen Versorgung der persönliche Kontakt. Das müsse aber nicht immer zwingend der persönliche Kontakt zum Arzt sein.

„Vier von zehn Bürgern können sich vorstellen, dass auch andere Fachkräfte aus dem Ge­sundheitswesen gewisse Leistungen und Betreuung übernehmen, die von Ärzten dele­giert werden. Das scheint auf ein gewisses Maß an Akzeptanz zu stoßen“, sagte Tom Acker­mann, Vorstandsvorsitzender der AOK NordWest.

Bei der Frage, ob sie eine Videosprechstunde nutzen würden, hätten sie sich allerdings zurückhaltend geäußert. Nur etwa jeder Zweite kann sich vorstellen, eine Videosprech­stunde zu nutzen, die meisten von ihnen für eine Besprechung von Befunden oder für Folgetermine. Nach Ansicht Ackermanns ist der persönliche Arzt-Patient-Kontakt nach wie vor wichtig und durch eine Videosprechstunde nicht zu ersetzen. „Uns geht es darum, was ergänzend gemacht werden kann“, verdeutlichte er die Position der AOK NordWest.

Dabei werde die Videosprechstunde künftig „eine große Rolle einnehmen“, ist Ackermann überzeugt. Sie hänge allerdings auch vom Engagement und der Bereitschaft aller Betei­lig­ten zum Umgang mit der digitalen Technik und schließlich von der Honorierung ab.

„Da muss noch Überzeugung wachsen.“ Und auch die Krankenkassen müssten sich noch stärker einbringen. „Wir spielen da auch eine gewisse Rolle, denn wir müssen die ent­sprechenden Verträge abschließen. Und dann wird das eine Dynamik bekommen.“

Außerdem erwarteten die Menschen der Umfrage zufolge von ihrer Krankenkasse ganz konkrete Lösungen für die Versorgung. „Digitale Lösungen und Delegationsansätze sorgen dafür, dass bei der Behandlung räumliche Distanz überwunden wird und Patienten einen schnelleren Zugang zur Versorgung bekommen.“

Ackermann forderte die Akteure im Gesundheitswesen auf, mehr Mut zu haben, diese Ansätze zu erweitern und in konkreten Versorgungsprojekten zu erproben. „Denn letztlich werden dadurch Ärzte entlastet und die ambulante Versorgung vor Ort gestärkt.“

Befragt wurden die Menschen in der Region im Mai 2019 durch das Institut Forsa. Im Februar waren bereits die Ergebnisse einer ähnlichen bundesweiten Umfrage vorgestellt worden, einzelne Regionen wurden nun genauer untersucht. Für das Rheinland seien die Daten nicht regionalisiert worden, so die AOK Nordwest. © dpa/ts/aerzteblatt.de

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