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Ärzteschaft

Vergütung für HIV-Präexpositions­prophylaxe festgelegt

Freitag, 23. August 2019

Zur Prä-Expositions-Prophylaxe (PrEP) wird meist Emtricitabin in Kombination mit Tenofovir eingesetzt – zwei nukleosidische Reverse-Transkriptase-Inhibitoren. /dpa

Berlin – Ab dem 1. September müssen die Krankenkassen für bestimmte Risikogruppen die Kos­ten für eine medikamentöse Präexpositionsprophylaxe (PrEP) zur Vorbeugung einer HIV-Infek­ti­on tra­gen. GKV-Spitzen­verband und Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) haben im Bewertungsausschuss jetzt die Details für die Vergütung geklärt, wie die KBV mitteilte. Demnach erhalten Ärzte im Einleitungsjahr der PrEP für Beratung, Einlei­tung und Kon­trolle bis zu 120 Euro.

Laut KBV wird im Detail zur Abrechnung der PrEP der Abschnitt 1.7.8 mit neuen Gebüh­ren­ordnungspositionen (GOP) in den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) aufge­nomm­en. Die GOP 01920 gilt für die Beratung, die GOP 01921 für die Einleitung der medikamentösen HIV-Prävention und die GOP 01922 für die Kontrolluntersuchungen.

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Darüber hinaus werden in den Abschnitt 1.7.8 die im Rahmen einer PrEP erforderlichen Laborleistungen ergänzt (GOP 01930 bis 01936). Dazu gehören etwa die Untersuchung auf eine HI-Virus- oder ein HCV-Infektion. Eine Untersuchung auf die sexuell übertrag­ba­ren Erkrankungen Syphilis, Gonokokken- und Chlamydieninfektion kann bei entsprechen­dem Risikoverhalten veranlasst werden. Die Honorierung der GOP des Abschnitts 1.7.8 erfolgt zunächst für zwei Jahre extrabudgetär.

Mit dem Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) hat der Gesetzgeber beschlossen, dass Versicherte mit einem erhöhten HIV-Infektionsrisiko ab dem vollendeten 16. Lebens­jahr im Rahmen der vertragsärztlichen Versorgung Anspruch auf die präventive Gabe ei­nes für die PrEP zugelassenen Medikamentes haben. Ziel ist es, die Ansteckungsrate in Deutschland weiter zu senken.

KBV und GKV-Spitzenverband hatten dazu bereits am 24. Juli 2019 in der Anlage 33 des Bundesmantelvertrages-Ärzte festgelegt, wer zu den Risikogruppen gehört und damit Anspruch auf die PrEP hat. Außerdem wurden die Qualifikationsanforderungen an die Ärzte geregelt. © may/EB/aerzteblatt.de

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