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Medizin

Neuer Impfkalender der STIKO empfiehlt Zoster-Impfung und weitet FSME-Risikogebiete aus

Freitag, 23. August 2019

Virushaltige Bläschen bei einer Gürtelrose in Nahaufnahme. /snesivan AdobeStock.com
Das Varicella-zoster-Virus kann zwei Krankheitsbilder verursachen: Varizellen (Windpocken) bei exogener Erstinfektion und Herpes zoster (Gürtelrose) bei endogener Reaktivierung. Die virushaltige Bläschenflüssigkeit ist infektiös. /snesivan AdobeStock.com

Berlin – Die Ständige Impfkommission (STIKO) beim Robert-Koch-Institut hat den Impf­kalender für die nächste Saison veröffentlicht. Neu ist eine generelle Empfehlung zur Gürtelrose-Schutzimpfung mit einem Totimpfstoff und die Ausweitung der Risikogebiete für die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).

Ein erster Impfstoff gegen Herpes Zoster wurde zwar bereits 2013 eingeführt. Die Schutzwirkung des attenuierten Lebendimpfstoffs war jedoch gering, so dass die STIKO keine allgemeine Empfehlung abgab. Der 2018 eingeführte gentechnische Totimpfstoff Shingrix, der das Glykoprotein E mit dem Adjuvans AS01B kombiniert, erzielt jedoch eine deutlich bessere Wirkung. In der ZOE 50-Studie wurden bis ins hohe Alter über 95 % der Geimpften vor einem Herpes Zoster geschützt, an dem sonst etwa die Hälfte aller Menschen vor dem 85. Lebensjahr erkrankt.

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Die STIKO empfiehlt den Impfstoff bereits seit Dezember 2018. Im März 2019 hat der Gemeinsame Bundes­aus­schuss die Impfung zur Kassenleistung erklärt. Die Nachfrage ist offenbar hoch. Im Mai 2019 gab der Hersteller einen Lieferengpass bekannt.

Die STIKO empfiehlt den Impfstoff für alle Personen ab 60 Jahren. Personen mit einer erhöhten gesundheitlichen Gefährdung sollten sich bereits ab dem Alter von 50 Jahren impfen lassen. Dazu gehören unter anderem Patienten mit HIV-Infektion, rheumatoider Arthritis, systemischem Lupus erythematodes, chronisch entzündlichen Darmerkrankun­gen, chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen oder Asthma bronchiale, chronischer Niereninsuffizienz oder Diabetes mellitus.

Impfen lassen können sich auch Menschen, die schon einmal an einer Gürtelrose erkrankt waren. Die Erkrankung, die auf einer Reaktivierung des mit den Windpocken im Kindes­alter erworbenen Herpes Zoster-Virus beruht, kann mehrfach auftreten.

Impfung erst nach akuter Erkrankung

Eine therapeutische Wirkung nach Ausbruch der Gürtelrose hat der Impfstoff nicht. Auch die postherapeutische Neuralgie lässt sich nicht lindern. Die Impfung sollte nach Ansicht der STIKO daher erst zu einem Zeitpunkt erfolgen, wenn die akute Erkrankung vorüber ist und die Symptome abgeklungen sind.

Bei der FSME wurden die Risikogebiete im Februar 2019 ausgeweitet. Die Erkrankung, die lange Zeit nur südlich des Mains auftrat, hat inzwischen auch in mehreren Regionen Nord- und Ostdeutschlands Fuß gefasst. Neu hinzugekommen sind 2019 in Niedersach­sen der Landkreis Emsland und in Sachsen der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzge­birge. In Bayern tritt die FSME inzwischen auch in den Landkreisen Garmisch-Parten­kirchen, Landsberg am Lech und Kaufbeuren auf. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #771555
Rosenkohl
am Samstag, 5. Oktober 2019, 13:31

Lieferengpass

Der Lieferengpass konizidiert in auffälliger Weise mit vermutlichen Nebenwirkungen.

>>Im März wurde der Impfstoff Shingrix gegen Herpes zoster für bestimmte Patienten Kassenleistung; am 17. Mai meldete der Hersteller einen Lieferengpass. Jetzt soll der Impfstoff ab August „in begrenzten Mengen“ wieder zur Verfügung stehen. Das teilte GSK – GlaxoSmithKline dem Deutschen Ärzteblatt auf Anfrage mit. (...) Als Grund für den Lieferengpass gibt GSK eine verstärkte Nachfrage nach dem Impfstoff gegen Gürtelrose an<<, https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/sw/Herpes%20Zoster?nid=105010, 31. Juli 2019

"GSK empfiehlt Ärzten, zunächst jeden Patienten zweimal zu impfen, bevor die Mediziner eine neue Impfserie an weiteren Patienten starten. Diesen Rat spricht auch die STIKO aus. Zudem sollten neue Impfserien nur gestartet werden, wenn die Verfügbarkeit der zweiten Shingrix-Dosis gesichert ist", https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2019/08/22/shingrix-ab-ende-august-lieferbar, 22. August 2019

Am 23. August 2019 veröffentlichte die STIKO auch einen neuern Impfkalender mit der Empfehlung für Shingrix. Zeitgleich, aufgrund von beobachteten vermutlichen Nebenwirkungen warnte die Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ): "Bei Patienten mit HZ in der Vorgeschichte wurde laut Fachinformation nach der Shingrix-Impfung eine höhere HZ-Rezidivrate gefunden, als bei ungeimpften Personen zu erwarten wäre. Es wird in der Fachinformation empfohlen, dass Ärzte bei Personen mit HZ in der Vorgeschichte Nutzen und Risiken einer HZ-Impfung individuell abwägen", https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/haut-krankheiten/article/994693/akdae-faelle-herpes-zoster-nach-shingrix-impfung.html?wt_mc=nl.upd.AEZ_NL_NEWSLETTER.2019-08-26.Haut-Krankheiten.x

Man fragt sich unwillkürlich, ob die vermeintlichen Nebenwirkungen ein Grund für den Lieferengpass bei beim Hersteller GSK und für die Empfehlung sind, erst bereits schon einmal geimpfte Personen nochmal zu impfen statt neue Erstimpfungen anzufangen. Es wirkt fast so, als habe der Hersteller bei der Impfstoffproduktion nachbessern müssen und man wolle im Augenblick durch eine limitierte Produktion und geänderte Impfempfehlung auch vermeiden, daß eine größere Zahl von neuen Nebenwirkungen auftritt, was legitim wäre. In diesem Fall würden Hersteller und STIKO die Öffentlichkeit jedoch nicht vollständig informieren.
Avatar #771555
Rosenkohl
am Samstag, 5. Oktober 2019, 13:30

Lieferengpass

Der Lieferengpass konizidiert in auffälliger Weise mit vermutlichen Nebenwirkungen.

>>Im März wurde der Impfstoff Shingrix gegen Herpes zoster für bestimmte Patienten Kassenleistung; am 17. Mai meldete der Hersteller einen Lieferengpass. Jetzt soll der Impfstoff ab August „in begrenzten Mengen“ wieder zur Verfügung stehen. Das teilte GSK – GlaxoSmithKline dem Deutschen Ärzteblatt auf Anfrage mit. (...) Als Grund für den Lieferengpass gibt GSK eine verstärkte Nachfrage nach dem Impfstoff gegen Gürtelrose an<<, https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/sw/Herpes%20Zoster?nid=105010, 31. Juli 2019

"GSK empfiehlt Ärzten, zunächst jeden Patienten zweimal zu impfen, bevor die Mediziner eine neue Impfserie an weiteren Patienten starten. Diesen Rat spricht auch die STIKO aus. Zudem sollten neue Impfserien nur gestartet werden, wenn die Verfügbarkeit der zweiten Shingrix-Dosis gesichert ist", https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2019/08/22/shingrix-ab-ende-august-lieferbar, 22. August 2019

Am 23. August 2019 veröffentlichte die STIKO auch einen neuern Impfkalender mit der Empfehlung für Shingrix. Zeitgleich, aufgrund von beobachteten vermutlichen Nebenwirkungen warnte die Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ): "Bei Patienten mit HZ in der Vorgeschichte wurde laut Fachinformation nach der Shingrix-Impfung eine höhere HZ-Rezidivrate gefunden, als bei ungeimpften Personen zu erwarten wäre. Es wird in der Fachinformation empfohlen, dass Ärzte bei Personen mit HZ in der Vorgeschichte Nutzen und Risiken einer HZ-Impfung individuell abwägen", https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/haut-krankheiten/article/994693/akdae-faelle-herpes-zoster-nach-shingrix-impfung.html?wt_mc=nl.upd.AEZ_NL_NEWSLETTER.2019-08-26.Haut-Krankheiten.x

Man fragt sich unwillkürlich, ob die vermeintlichen Nebenwirkungen ein Grund für den Lieferengpass bei beim Hersteller GSK und für die Empfehlung sind, erst bereits schon einmal geimpfte Personen nochmal zu impfen statt neue Erstimpfungen anzufangen. Es wirkt fast so, als habe der Hersteller bei der Impfstoffproduktion nachbessern müssen und man wolle im Augenblick durch eine limitierte Produktion und geänderte Impfempfehlung auch vermeiden, daß eine größere Zahl von neuen Nebenwirkungen auftritt, was legitim wäre. In diesem Fall würden Hersteller und STIKO die Öffentlichkeit jedoch nicht vollständig informieren.
Avatar #79783
Practicus
am Sonntag, 25. August 2019, 22:05

@Pro-Natur

ganz einfach - weil die Krankheitserreger (Varizella Zoster-Viren) nie vollständig eliminiert werden, weil sie sich in Gaglien dem Immunsystm entziehen. Eine Zosterkrankung würde ja nach Ihrer Ansicht nicht mehrmals auftreten können...
Um einen Zoster zu verhindern, reicht weder die normale Immunantwort des Körpers noch die durch die "normale" AK-Induktion durch den üblichen Varizellen-Impfstoff aus.
LNS

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