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Ärzte in Indonesien verweigern Zwangskastration von Verurteiltem

Dienstag, 27. August 2019

Jakarta – Ärzte in Indonesien weigern sich, einen wegen Vergewaltigung mehrerer Kinder verurteilten Mann zwangsweise zu kastrieren. „Unsere Haltung ist klar. Dies wäre ein Ver­stoß gegen die Grundsätze des Arztberufs und gegen den Verhaltenskodex“, hieß es heute vom Indonesiens Ärzteverband. Im Unterschied zu vielen anderen Ländern – auch Deutsch­land – ist eine „chemische Kastration“ gegen den eigenen Willen in Indonesien grund­sätz­lich erlaubt.

Der 20-jährige Mann aus dem Osten der Insel Java war im Juli von einem Gericht für schul­dig befunden, neun Kinder sexuell missbraucht zu haben. Die Richter verhängten zwölf Jahre Haft. Zudem ordneten sie an, dass sich der Mann mit Medikamenten oder Hormonen behandeln lassen muss, die seinen Sexualtrieb dauerhaft unterdrücken.

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Der Mann selbst erklärte, lieber sterben zu wollen als sich kastrieren zu lassen. „Ich lehne eine medizinische Kastration ab, weil die Folgen das ganze Leben lang dauern können“, sagte er dem Onlineportal Tribunnews. Lieber verbringe er 20 Jahre im Gefängnis oder werde zum Tode verurteilt. Das indonesische Parlament hatte das entsprechende Gesetz 2016 geändert, nachdem ein 14-jähriges Mädchen von einer Bande vergewaltigt und er­mordet worden war. © dpa/aerzteblatt.de

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