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Politik

Grüne wollen sofortige Schutzmaßnahmen gegen Chlorpyrifos

Dienstag, 27. August 2019

/Narong Jongsirikul, stock.adobe.com

Berlin/Brüssel – Nach der Ankündigung eines Verbots des Pflanzenschutzmittels Chlor­pyrifos in Europa haben die Grünen Sofortmaßnahmen zum Schutz vor Gesundheitsge­fahren durch die Chemikalie angemahnt. Jetzt untätig abzuwarten, wäre fahrlässig, er­klärte Agrarexperte Harald Ebner heute. Deutschland müsse sich sofort für ein Import­verbot für Waren mit Chlorpyrifosrückständen einsetzen.

Die EU-Kommission hatte gestern Abend bestätigt, dass das seit Jahren eingesetzte Pflan­zenschutzmittel wegen Gesundheitsbedenken in Europa verboten werden soll – aber erst Ende Januar 2020. Dann läuft die EU-Zulassung für den Stoff aus und soll nach Angaben der Kommission nicht erneuert werden.

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Das seit 2006 in der EU zugelassene Mittel zur Schädlingsbekämpfung in der Landwirt­schaft steht im Verdacht, Erbgut und Nerven bei Embryonen zu schädigen. Nach einem Bericht der Tageszeitung darf Chlorpyrifos in Deutschland schon heute nicht mehr ge­spritzt werden. Der Stoff werde aber unter anderem in importierten Orangen, Mandarinen und Grapefruits gefunden.

Eine Sprecherin der EU-Kommission sagte, die europäischen Lebensmittelbehörde Efsa habe am 2. August Gesundheitsbedenken bestätigt. Die Kommission werde den EU-Staa­ten vorschlagen, die Zulassung nicht zu erneuern. Ein sofortiges Verbot der Substanz sei aus Sicht der Kommission nicht realistisch, ergänzte sie heute.

Das Verfahren habe einen gewissen Vorlauf und liege in der Hand der EU-Staaten, die über Zulassungsfragen in Expertenausschüssen befinden. In der Tageszeitung hatte Mat­thias Wolfschmidt von der Organisation Foodwatch gefordert, dass der Wirkstoff um­gehend verboten werden müsse. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach wird mit den Worten zitiert: „Der Einsatz von Chlorpyrifos ist schon lange nicht mehr vertretbar.“ © dpa/aerzteblatt.de

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