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Politik

Niedersachsen schafft 140 neue Hebammen­studienplätze

Mittwoch, 28. August 2019

/dpa

Hannover – Niedersachsen will zum Wintersemester 2020/21 an Hochschulstandorten in Osnabrück, Hanno­ver, Göttingen und Oldenburg 140 neue Studienplätze für Hebammen geschaffen. Geplant sind 35 Studienplätze an jedem der vier Standorte. Landesweit gäbe es dann 185 staatliche Plätze und 25 an einer privaten Hochschule in Buxtehude.

Hintergrund ist ein neues Bundesgesetz, das Anfang 2020 in Kraft treten soll. Deutsch­land sei eines der letzten Länder, die beim Hebammenberuf kein akademisches Fachstu­dium vorschreiben, sagte Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) heute. Bisher wer­den Hebammen und Entbindungspfleger an Fachschulen ausgebildet. Rund 100 bis 120 Schülerinnen beginnen in Niedersachsen jährlich ihre Ausbildung.

Schon jetzt gibt es einen Mangel an Fachkräften in Kliniken. Werdende Mütter haben zu­dem oft große Schwierigkeiten, eine freiberufliche Hebamme zu finden. Die Situation wird sich noch verschärfen, weil nach Angaben des niedersächsischen Hebammenverban­des in den nächsten acht Jahren ein Viertel der aktuell etwa 2.000 Hebammen zwischen Harz und Nordsee in den Ruhestand gehen.

Die Vorsitzende des Hebammenverbands, Veronika Bujny, mahnte eine schnelle Umset­zung der Hoch­schul­­pläne und ein gutes Konzept des Übergangs an. „Uns verlassen die möglichen Stu­dien­gangsleitungen und die Lehrkräfte, die zum allergrößten Teil hoch­schu­lisch ausge­bildet sind, in Richtung der Bundesländer, die uns mit ihrer Planung voraus sind“, sagte sie.

Die Bundesärztekammer, die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) sehen die Pläne zur Hebammen­aus­bil­dung kritisch. Sie sorgen sich unter anderem darum, dass der neue Ausbildungsweg den Engpass bei den Hebammen verschärfen könnte. © dpa/aerzteblatt.de

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