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Zahl der Apotheken in Niedersachsen sinkt weiter

Mittwoch, 28. August 2019

/dpa

Hannover – Der Trend zur Schließung von Apotheken in Niedersachsen hat sich im ersten Halbjahr 2019 fortgesetzt. „Es sind jetzt erstmals unter 1.900 Apotheken. Das hat mich schon erschüttert“, sagte die Präsidentin der Apothekerkammer Niedersachsen, Cathrin Burs. Die 56-jährige Braunschweigerin wurde im Juni zur Nachfolgerin von Magdalene Linz gewählt.

Wenn Arztpraxen auf dem Land, in Kleinstädten oder am Stadtrand schließen würden, folgten häufig auch die Apotheken. Auch Perso­nal­mangel könne ein Grund da­für sein, dass selbstständige Apotheker keinen Nachfolger finden, sagte Burs. Zum Beispiel in den Küstengebieten sei es derzeit schwer, Fachkräfte zu finden.

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Vor zehn Jahren existierten landesweit noch 2.113 Apotheken. Die größten Rückgänge gab es in den Regionen um Hannover, Osnabrück, im Raum Hameln, Nienburg, Cloppen­burg und Aurich. Ende 2018 waren 14 Prozent der Apothekenleiter zwischen Harz und Nordsee älter als 65 und 6 Prozent sogar über 70 Jahre alt.

Die neue Chefin der Apothekerkammer erhofft sich Impulse vom Apothekenstärkungs­gesetz auf Bundesebene, das Anfang 2020 in Kraft treten könnte. Geplant ist unter an­derem eine bessere Honorierung von pharmazeutischen Dienst­leis­tungen.

Der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund sieht auch die Landesregierung am Zug. Es gehe darum, attraktive Rahmenbedingungen auf dem Land zu schaffen, sagte Verbands­sprecher Thorsten Bullerdiek. Nur so lasse sich dort eine Versorgung zweiter Klasse ver­hindern, während in Großstädten ein Überangebot an Ärzten und Apotheken herrsche.​

Niedersachsens Ge­sund­heits­mi­nis­terin Carola Reimann (SPD) sagte, es sei ihr „sehr wichtig, dass in Niedersachsen ein flächendeckendes Netz an Apotheken erhalten bleibt“. Sie unterstütze im Gesetzgebungsverfahren alle Bemühungen, die die Versorgung der Be­völkerung mit Arzneimitteln auch im ländlichen Raum berücksichtige.

Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) sowie einzelne Kommunen im Land haben Förderprogramme aufgelegt, um junge Ärzte aufs Land zu locken. Damit werden der Ministerin zufolge indirekt auch Anreize geschaffen für die Versorgung durch Apotheken am Ort. Förderprogramme speziell für Apotheken gibt es aber noch nicht. © dpa/aerzteblatt.de

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