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Intensiv- und Reha-Mediziner müssen bei Schlaganfall­versorgung näher zusammenrücken

Mittwoch, 28. August 2019

/ BillionPhotos.com, stock.adobbe.com

Jena – Langzeitschäden nach einem Schlaganfall hängen neben der Akutbehandlung we­sentlich von der anschließenden Versorgung der Betroffenen ab. Um diese zu optimie­ren, müssten Akutmediziner und Rehabilitationsmediziner enger zusammenarbeiten, forderte heute die Deutsche Gesellschaft für Neurointensiv- und Notfallmedizin (DGNI).

„Nur, wenn wir in der Akutsituation bereits eine tragfähige Auskunft über die Zukunft geben können, werden wir Behandlungsoptionen sinnvoll vermitteln und klug einsetzen können“, sagte der Experte der Fachgesellschaft, Wolfgang Müllges, leitender Oberarzt der Neurologischen Klinik und Poliklinik am Universitätsklinikum Würzburg.

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Auch wenn dank der Thrombektomie und der Thrombolyse heute weitaus mehr Patienten eine akuten Schlaganfall überlebten, sei immer noch jeder Zweite nach schwerem Schlag­­­­­an­fall durch erhebliche Folgeschäden eingeschränkt oder sogar pflegebedürftig. „Patienten überleben die Akutphase, aber man weiß nicht, ob sie später mit einer zurück­bleibenden Behinderung zufrieden zurechtkommen – wir verlieren ihre Weiterbehand­lung aus den Augen“, so Müllges.

Der Intensivmediziner setzt sich daher für eine engere interdisziplinäre Zusammenarbeit ein. „Es ist längst überfällig, dass Akutmediziner und Rehamediziner näher zusammen­rücken und solche Fragen systematisch akademisch aufarbeiten“, betont er.

Auch für die klinische Praxis liege in einer Verknüpfung der beiden Bereiche ein deutli­ches Verbesserungs­po­tenzial. „Bei schwerer Schädigung des Nervensystems dauern die Verläufe zu lange, als dass sie von einer Versorgungsstufe erfasst werden. In einigen Studien über Akutinterventionen werden Patienten aus den Reha-Kliniken zu Zwischen-Statuserhebungen wieder in die Akutklinik geholt. Das ist für alle Beteiligten mühsam“, sagte er.

Sinnvoller sei, wenn beide Institutionen über einen Datensatz verfügten, der von beiden zuverlässig erhoben werden könne. „Genauso könnte man spezifische Reha-Werkzeuge bereits in einer Akutklinik installieren“, so der DGNI-Experte. © hil/aerzteblatt.de

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