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Nephrologen rufen zu Maßnahmen gegen Lieferengpässe bei Hepa­titis-B-Impfstoffen auf

Mittwoch, 28. August 2019

/Keith Frith, stockadobecom

Heidelberg – Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) drängt angesichts be­steh­ender Lieferengpässe bei Hepatitis-B-Impfstoffen auf zügige Maß­nahmen der Politik.

Die Fachgesellschaft rief das Bundes­ministerium für Gesundheit (BMG) heute dazu auf, sich des Problems anzunehmen, damit für nieren­kranke Patienten empfohlene Impfstoffe ohne Unterbrechungen verfügbar sind. Patienten, die häufig Blutprodukte erhalten oder dialysepflichtig sind, sind laut DGfN grundsätzlich eine gefährdete Personengruppe.

Eine Anti-HBs-Kontrolle sollte vier bis acht Wochen nach Abschluss der Impfserie erfol­gen. Da es bei Dialysepatienten zu einem raschen Verlust des Impfschutzes kommen könne, sei eine jährliche Kontrolle der Anti-HBs-Spiegel sinnvoll. Bei Werten <100 IE/l sollte eine sofortige Auffrischung erfolgen. Für die Impfung von Dialysepatienten seien Hepatitis-B-Impfstoffe mit erhöhter Antigenkonzentration zugelassen.

Die Gründe für Engpässe sind laut DGfN vielfältig: erhöhte Nachfrage, Grundstoff- und Herstellungsprobleme oder die Verlagerung von Produktionsstandorten aus wirtschaft­lichen Gründen.

„Wie auch immer, es muss dafür gesorgt werden, dass der Impfschutz der Bevöl­kerung und besonders der vulnerablen Patientengruppen gewährleistet ist“, forderte DGfN-Prä­sident Andreas Kribben. Es sei durch gesetzliche Maßnahmen oder über andere geeignete Hebel sicherzustellen, dass es zu keinen Komplettausfällen komme.

Aktuell verweisen die Herstellerfirmen auf Lieferengpässe des für nierenkranke Patienten empfohlenen Impfstoffes HBVaxPro. Der Impfstoff Fendrix Injektionssuspension war bis Mitte August nicht verfügbar.

Als alternative Impfoption wird Engerix-B-Erwachsene aufgeführt. Dieser Impfstoff hat laut der DGfN allerdings keine spezielle Empfehlung für Personen, die an einer Nieren­insuffizienz leiden, einschließlich Hämodialysepatienten.

Der Impfstoff HBVaxPro soll laut Herstellerangaben erst ab Januar 2020 wieder verfügbar sein. © hil/aerzteblatt.de

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