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Medizin

Impfstoff schützt Mäuse vor hypervirulenten Klebsiellen

Donnerstag, 29. August 2019

/miss_mafalda, stock.adobe.com

St. Louis (Missouri) – Ein neuer Impfstoff gegen hypervirulente Klebsiella (K.) pneumo­niae, die zunehmend gegen Antibiotika resistent werden, hat in ersten tierexperimen­tellen Studien in den Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS 2019; doi: 10.1073/pnas.1907833116) Mäuse vor einer tödlichen Lungenentzündung geschützt.

K. pneumoniae war lange Zeit ein ungefährliches Mitglied der Darmflora. Infektionen stellten nur für abwehrgeschwächte Menschen in Krankenhäusern eine Bedrohung dar, wobei die Entwicklung von Carbapenem-Resistenzen mittlerweile die Behandlung er­schweren kann.

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Seit 1980 haben sich vermutlich von Taiwan ausgehend hypervirulente Stämme aus­ge­breitet, die auch bei vormals gesunden Menschen tödliche Infektionen auslösen können. Häufig kommt es zu Leberabszessen. Der Erreger kann jedoch auch schwere Infektionen der Augen, der Hirnhäute, des Knochens oder die gefürchtete nekrotisierende Fasziitis in den Weichteilen auslösen.

In China, Taiwan und Südkorea kommt es mittlerweile jedes Jahr zu Zehntausenden von Infektionen, und die Bakterien breiten sich derzeit auf der ganzen Welt aus. Zwei Typen – bekannt als K1 und K2 – sind für 70 % der schweren Erkrankungen verantwortlich. Be­sonders bedrohlich ist, dass einige Stämme in den vergangenen Jahren Antibiotikare­sistenzen entwickelt haben.

Das amerikanische Start-Up-Unternehmen VaxNewMo aus St. Louis (Missouri) hat einen Impfstoff gegen K1 und K2 entwickelt. Er enthält das Kapsel-Polysaccharid, das für die Virulenz verantwortlich gemacht wird.

Ein Team um Christian Harding von VaxNewMo hat den Impfstoff an Mäusen getestet. Die Tiere erhielten im Abstand von zwei Wochen drei Dosen des Impfstoffs oder ein Placebo. Dann wurden sie mit 50 Bakterien vom Typ K1 oder K2 exponiert.

Frühere Studien hatten gezeigt, dass diese geringe Anzahl von hypervirulenten Klebsi­ella­­bakterien ausreicht, um eine Maus zu töten. Bei den klassischen K. pneumoniae sind zig Millionen Bakterien nötig, um bei abwehrgeschwächten Menschen im Krankenhaus eine Infektion auszulösen.

Von den Mäusen der Placebo-Gruppe starben 80 % der mit dem K1-Typ exponierten Tiere innerhalb weniger Tage. Bei einer Infektion mit dem K2-Typ betrug die Letalität 30 Pro­zent. Von den geimpften Mäusen überlebten nach Angaben von Harding 80 % eine Infek­tion mit dem K1-Typ und alle eine Infektion mit dem K2-Typ.

Ob die Impfstoffe auch Menschen schützen können, ist bisher nicht untersucht worden. In den USA und Europa sind die hypervirulenten Stämme bisher zu selten, um eine Impfung zu rechtfertigen. Die Situation könnte sich nach Ansicht der Experten schon bald ändern. © rme/aerzteblatt.de

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