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Neues Kompetenznetzwerk zu Zecken und den von ihnen übertragenen Erkrankungen

Donnerstag, 29. August 2019

/Carola Vahldiek, stockadobecom

Hannover – Menschen und Tiere im Nordseeraum besser vor Zecken und denen von ihnen übertragenen Erkrankungen schützen, will ein neues Kompetenznetzwerk namens NorthTick. Das Vorhaben läuft dreieinhalb Jahre und wird mit einem Budget von 5,7 Milli­onen Euro vom Interreg Nordseeprogramm gefördert, einem EU-Programm für länder­über­greifende Zusammenarbeit.

Obwohl Wissenschaftler und Ärzte bereits zahlreiche Erkenntnisse über Zecken und die Krankheiten, die sie übertragen, gesammelt haben, sei ein Großteil der Bevölkerung bis­lang nicht ausreichend oder nur ungenau über diese Themen informiert, sagte Christina Strube, Leiterin des Instituts für Parasitologie der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover.

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Mit ihrem Team möchte sie im Rahmen des Projektes unter anderem das Risiko einer Gesundheitsgefährdung durch Zecken und die von ihnen übertragenen Erkrankungen in Niedersachsen ermitteln und darüber informieren. Dabei hat sie Mensch und Tier im Blick: „Für uns Tierärzte bilden das Tier, dessen Besitzer und die öffentliche Gesundheit eine natürliche Einheit“, so Strube.

Ihre Arbeitsgruppe untersucht bereits seit 2005 regelmäßig Zecken an verschiedenen Standorten im Stadtgebiet Hannover auf Krankheitserreger. Neben dieser Langzeitüber­wachung bestimmen sie die Häufigkeit von Zecken in Hannover und anderen Regionen Norddeutschlands.

Dabei konnten sie beispielsweise zeigen, dass im Stadtgebiet Hannover die Infektionsrate von Zecken mit Borrelien und Anaplasmen über die Jahre bislang weitgehend gleichge­blie­­ben ist, während sich Infektionen mit Rickettsien signifikant erhöht haben.

„Die Ergebnisse unserer verschiedenen Untersuchungen möchten wir übersichtlich aufbe­reiten und sie für die Information der Bürgern zur Verfügung stellen“, sagte die Wissen­schaft­lerin. Notwendig seien eine effiziente Risikoeinschätzung und effektive Prophylaxe­maßnahmen sowie optimale Tests, um Krankheitserreger, die durch Zecken übertragen werden könnten, noch schneller oder präziser nachzuweisen.

Erforderlich sei zudem ein optimales Management für durch Zecken übertragene Erkran­kungen. „Dies wollen wir in diesem translationalen Kompetenznetzwerk gemeinsam er­reichen“, betonte sie. NorthTick gehören elf Partner aus den Nordseeanrainerstaaten Schweden, Dänemark, Norwegen, Großbritannien, Belgien, den Niederlanden und Deutschland an. © hil/aerzteblatt.de

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