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Auch Frauen mit hohem HIV-Übertragungs­risiko sollten zwischen Verhütungs­methoden wählen können

Donnerstag, 29. August 2019

/Sven Bähren, stock.adobe.com

Genf – Frauen, die ein hohes Risiko für eine HIV-Übertragung haben – zum Beispiel weil sie in Regionen mit hohen Übertragungsraten des Virus leben – sollten Zugang zu ver­schie­denen reversiblen Verhütungsmethoden haben und zwischen diesen wählen könn­en. Die Wahl der Methode – Hormoninjektionen, Implantate oder Intrauterinpessare – erhöht das Risiko für eine HIV-Infektion nicht. Das berichtet die Weltgesundheitsor­ga­nisation (WHO) und hat dementsprechend ihre Leitlinie für den Einsatz von Verhütungs­mitteln überarbeitet.

Die WHO betont darin aber zugleich, dass diese Verhütungsmethoden selbst nicht vor HIV schützen und daher zur Vorbeugung von HIV und anderen sexuell übertragbaren In­fek­tionen die korrekte und konsequente Verwendung von Kondomen nötig ist. Die WHO empfiehlt auch, die Präexpositionsprophylaxe (PrEP) in Umgebungen anzubieten, in de­nen die HIV-Inzidenz über drei Prozent liegt.

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„Die Evidenz zeigt, dass das HIV-Risiko einer Frau ihre Verhütungswahl nicht einschrän­ken sollte“, sagte Peter Salama, Exekutivdirektor, Universal Health Coverage/Life Course bei der WHO. „Alle Frauen sollten Zugang zu einer Vielzahl von Möglichkeiten der Em­pfängnis­verhütung sowie zur HIV-Prävention und gegebenenfalls zur Behandlung haben.

Für die aktualisierten Empfehlungen der WHO-Richtlinie hat eine Guideline Development Group alle seit der letzten Überprüfung im Jahr 2016 veröffentlichten Hinweise für den Zusammenhang von reversiblen Verhütungsmethoden von Frauen und dem HIV-Risiko analysiert.

Die neuen globalen Empfehlungen haben besondere Bedeutung für das südlich der Sahara gelegene Afrika, das laut der WHO die höchsten HIV-Übertra­gungsraten aufweist. Gleichzeit ist in Afrika der Mangel an Verhütungsmethoden laut der WHO besonders groß.

Derzeit habe ein Viertel der Frauen im Alter von 15 bis 49 Jahren (24 Prozent), die die Geburt von Kindern verzögern oder verhindern wollen, nur begrenzten Zugang zu moder­ner Verhütung. Dies sei der höchste unerfüllte Bedarf in allen WHO-Regionen.

„Es besteht eine klare Notwendigkeit, sicherzustellen, dass Frauen in Afrika Zugang zu qualitativ hochwertigen HIV- und STI-Präventions- und Testdienstleistungen sowie zu einer breiten Palette von Verhütungsmitteln haben, die ihren Werten, Präferenzen, An­sichten und Anliegen entsprechen“, sagte Felicitas Zawaira, Direktorin für Familie und reproduktive Gesundheit in der afrikanischen Region der WHO. © hil/aerzteblatt.de

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