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Faltenbehandlungen: Risiken werden häufig unterschätzt

Freitag, 30. August 2019

/Sven Bähren, stock.adobe.com

Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) hat einen Arztvorbehalt für Faltenunterspritzungen sowie eine Rezeptpflicht für Hyaluronsäure­prä­pa­­­rate zur Injektion gefordert. Hintergrund sei, dass immer häufiger auch Kosmetikstudi­os und Heilpraktiker Faltenunterspritzungen mit Hyaluronsäure anböten – und dabei häufig die Behandlungsrisiken unterschätzten, so die DGÄPC.

„Als Fachgesellschaft setzen wir uns zum Wohle der Patienten dafür ein, dass derartige Eingriffe nur von in diesem Bereich ausgebildeten und qualifizierten Fachärzten ausge­führt werden dürfen,“ begründete DGÄPC-Präsident Torsten Kantelhardt den Ruf nach einer stren­geren staatlichen Regulierung. Schließlich könnten Behandlungsfehler ernst­hafte Kompli­kationen bis hin zur Erblindung nach sich ziehen.

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Zudem gefährden nach Einschätzung der DGÄPC die „massenweise rabattierten Angebote die Qualität der Faltenbehandlungen“. Dies gelte sowohl für nicht zugelassene als auch für zugelassene Behandler ohne notwendige Qualifizierung. „Die Verwendung von Hyalu­ron­säure durch Heilpraktiker und Kosmetikstudios ist kein Einzelfall, sondern ein Massen­phänomen“, warnt der Berliner Facharzt Olaf Kauder.

Er befürchtet zudem, dass Patienten bei Heilpraktikern und Kosmetikstudios unzurei­chend über mögliche Risiken und Nebenwirkungen informiert werden: Denn neben loka­len Rötungen, Wasseransammlungen oder Hämatomen, könnten unsachgemäße Behand­lungen beispielsweise auch zu arteriellen Embolien führen.

„Faltenunterspritzungen gehören in eine Arztpraxis und nicht in irgendeinen Salon“, sagte Kauder. Zudem könnte eine Rezeptpflicht für Hyaluronsäure den Missbrauch dieser Subs­tanzen erfolgreich eindämmen. © hil/sb/aerzteblatt.de

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Avatar #788044
Praxismakris
am Freitag, 20. September 2019, 19:18

Qualifizierung Faltenunterspritzung

Sehr geehrter Verfasser, sehr geehrte Verfasserin,
ich würde es für richtig empfinden, wenn die medizinischen Kenntnisse von Friseuren und Kosmetikerinnen, die besonders bei erster Gruppe, bei Null liegen dürften, nicht mit den med. Kenntnissen von Heilpraktikern , die im Allgemeinen eine ca 3-jährige Ausbildung durchlaufen und denen ihr Wissen durch Amtsärzte des Geundheitsamts abgefragt wird, bevor die Erlaubnis zur Heilkunde ausgestellt wird. Abgefragt werden auch Injektionstechniken (praktischer Prüfungsteil) sowie Hygienelehre!
In meiner Naturheilpraxis arbeite ich , nach intensiver Schulung mit Zertifikaten) , seit 2001 mit Hyaluronsäure, und dies fast täglich! Es gab nicht einen Schadensfall, was meine Versicherung belegen kann.
Ich stimme Ihnen zu, dass Hyaluronsäure nicht im Internet verkauft werden sollte, so dass Laien sie nach kurzem Video selbst injizieren können. In diesem Fall wundert es mich nicht, dass es zu schweren Komplikationen kommt... Eine Heilerlaubnis sollte zum Bezug der Filler vorgelegt werden sowie ein Qualifikationsnachweis für den Einsatz von Fillern.
Leider habe ich auch schon Anwendungsfehler gesehen, die durch nicht qualifizierte Ärzte aufgetreten sind.
Bitte um Richtigstellung des Artikels. Ansonsten könnte vermutet werden, dass der Ruf der Heilpraktiker absichtlich taktisch geschädigt werden soll...
Avatar #786169
Keymax79
am Freitag, 30. August 2019, 18:11

Richtigstellung

Sehr geehrte Damen und Herren,

In Ihrem Artikel erwähnen Sie mit keiner Silbe, dass Kosmetikerinnen die Unterspritzungen von Dermalfillern gesetzlich gar nicht erlaubt sind, Heilpraktikern jedoch sehr wohl.

Des Weiteren belegen Heilpraktiker exakt die selben Fortbildungen zu Anatomie, Unterspritzungstechniken, Komplikationsmanagement usw. wie die Ärzte (sofern diese sich überhaupt weiterbilden).

Ein Arzt kann auch bei einer schweren Augenbeteiligung selber nicht mehr tätig werden, sondern muss zwecks retrobulbärer Injektion an einen Facharzt weiterverweisen, insofern ist die Vorgehensweise im Komplikationsfall auch genau die selbe.

Die Berufshaftpflichtbeiträge sind für Heilpraktiker im Verhältnis zu denen der Ärzte gering, was bedeutet, dass es hier seltener zu Komplikationen kommt.

Ich fordere Sie hiermit zu einer Richtigstellung auf, andernfalls werde ich die Angelegenheit dem Anwalt übergeben.
Avatar #754654
Peter H.
am Freitag, 30. August 2019, 17:18

Geht's ums Geld?

Will sich hier ein Lobby-Verband seine Pfründe sichern? Ehrlicher wäre es doch, für einheitliche Qualitätsrichtlinien zu werben, die allen Mitbewerbern offen stehen.
Denn: auch Ärzte machen Fehler:
https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/duesseldorf-schoenheits-op-ermittlungsverfahren-100.html
LNS

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