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Politik

Schleswig-Holstein will bei Künstlicher Intelligenz führende Rolle übernehmen

Freitag, 30. August 2019

/peshkov, stock.adobe.com

Kiel – Bei der Entwicklung und Anwendung der Künstlichen Intelligenz (KI) will Schles­wig-Holstein bundesweit eine führende Rolle übernehmen. Die digitale Revolution habe ihren Stapellauf hinter sich und kenne nur eine Richtung – volle Fahrt voraus, und Schles­wig-Holstein sei dabei an Bord, sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) heute in Kiel im Landtag.

Das Parlament befasste sich in erster Lesung mit einem Gesetzentwurf der Jamaika-Koa­lition zur Einrichtung eines Sondervermögens zur Förderung Künstlicher Intelligenz in Schleswig-Holstein. Das Sondervermögen soll 4,5 Millionen Euro betragen. Günther skizzierte, dass Künstliche Intelligenz in Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft enormes Innovationspotenzial biete.

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Das Land lege dabei großen Wert auf Datenschutz und die Beachtung der Bürgerrechte, betonte Günther. Denn man wolle die Akzeptanz der Bevölkerung. Ein Gremium werde in Schleswig-Holstein die Entwicklung der KI auch unter ethischen Aspekten begleiten. Auch FDP-Fraktionschef Christopher Vogt betonte die Chancen der KI insbesondere im Bereich Medizintechnik.

In einem norddeutschen Forschungsverbund wollen sich die Universitäten Lübeck, Kiel, Hamburg und Bremen als Kompetenzzentrum für Künstliche Intelligenz in der Medizin etablieren. Mit Unterstützung der Landesregierungen bewerben sie sich um Fördermittel in Höhe von rund zehn Millionen Euro. Es sollen zum Beispiel neue Roboter und virtuelle Agenten für die Rehabilitation realisiert und gemeinsam mit Therapeuten und Patienten erprobt werden.

Günther sagte, mit dem Sondermögen wolle man auch helfen, besser Drittmittel für KI-Projekte einwerben zu können. Schleswig-Holstein hat strategische Ziele und acht Handlungsfelder in einem von fünf Ministerien entwickelten Strategiepapier benannt. Dabei geht es auch darum, die Anschlussfähigkeit an die Förderprogramme des Bundes und der EU sicherzustellen.

Die Opposition unterstrich zwar ebenfalls die herausragende Bedeutung der KI für die Zukunftsgestaltung, reagierte aber auf das geplante Sondervermögen mit Ablehnung, Skepsis oder verhaltener Zustimmung.

Der SPD-Abgeordnete Heiner Dunckel verwies auf die Milliardensummen, die internatio­nal in KI investiert würden. Da seien die 4,5 Millionen Euro sehr wenig. Ähnlich äußerte sich SSW-Fraktionschef Lars Harms. AfD-Fraktionschef Jörg Nobis lehnte die Einrichtung eines Sondervermögens ab. Ausgaben für KI-Projekte sollten im Landeshaushalt einge­plant werden.

Der Bund will Forschung und Anwendung von KI bis 2025 mit drei Milliarden Euro unter­stützen. Medienberichten zufolge ist das aber im Vergleich zu den Ausgaben der USA und Chinas für KI sehr wenig. Der Gesetzentwurf für ein Sondervermögen wurde einstimmig zur weiteren Beratung in den Finanzausschuss des Landtags überwiesen. © dpa/aerzteblatt.de

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