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Ermittlungen gegen Krankenpfleger wegen fünffachen Mordes

Freitag, 30. August 2019

Saarbrücken/ Völklingen – Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken ermittelt gegen einen Krankenpfleger wegen fünffachen Mordes und zweifachen Mordversuchs. Der Mann soll Patienten nicht verordnete Medikamente gegeben haben, um sie dann reanimieren zu können, wie die Staatsanwaltschaft heute mitteilte. Zuerst hatte der Saarländische Rundfunk berichtet.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft begannen die Ermittlungen gegen den Mann im Juni 2016. Damals sei er in den frühen Morgenstunden auf eine Intensivstation des Kran­ken­hauses in Saarburg gekommen und habe sich als Notarzt ausgegeben. Dem Personal habe er gesagt, er müsse an einem Patienten eine besondere Untersuchung durchführen.

Dabei habe er eine Notarztjacke angehabt, einen Defibrillator sowie einen Monitor dabei gehabt. Zu der Behandlung kam es aber nicht, der Mann wurde vorläufig festgenommen. Eine Überprüfung habe ergeben, dass er eigentlich als Pfleger auf einer Intensivstation im Uniklinikum Homburg arbeitete und dort nicht zur Nachtschicht erschienen war.

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Wie die Staatsanwaltschaft weiter mitteilte, wurden bei den Ermittlungen sieben Leichen exhumiert und toxikologisch untersucht. Bei sechs früheren Patienten seien Wirkstoffe gefunden worden, die nicht ärztlich verord­net gewesen und potenziell tödlich seien.

Die mutmaßlichen Taten sollen sich im Zeit­raum von März 2015 bis 2016 März ereignet ha­ben. Der Mann habe von Januar 2015 bis März 2016 in einer Klinik in Völklingen gear­beitet. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat sich der Tatverdächtige bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert. Von der Klinik Völklingen gab es bisher keine Stellungnahme.

Der 27-Jährige war nach Auskunft der Staatsanwalt Saarbrücken zuvor in Kliniken in Wies­baden und Frankfurt beschäftigt gewesen. Die zuständigen Ermittlungsbehörden in Hessen wurden über die neuen Erkenntnisse informiert. Ein Sprecher der Staatsanwalt­schaft Wiesbaden sagte heute, ein entsprechender Hinweis der Kollegen in Saarbrücken sei an die Polizei zur Prüfung weitergeleitet worden.

Der 27-Jährige sitzt derzeit laut Staatsanwaltschaft aufgrund ei­nes Urteils des Amtsge­richts Saarbrücken in anderer Sache – wegen Betrugs – in drei­jähriger Strafhaft im Ge­fängnis der saarländischen Landeshauptstadt.

Der Fall weckt Erinnerungen an die Mordserie des früheren Krankenpflegers Niels H. Das Landgericht Oldenburg hatte H. Anfang Juni dieses Jahres wegen 85-fachen Mor­des zu lebenslanger Haft verurteilt. H. war bereits zuvor zweimal verurteilt worden, 2015 unter anderem wegen zweifachen Mordes an Patienten zu lebenslanger Haft. Er hatte Patienten mit Medikamenten in lebensgefährliche Situationen gebracht, um sie dann reanimieren zu können. © dpa/aerzteblatt.de

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