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Zehn Thesen zur Wissenschafts­freiheit

Dienstag, 3. September 2019

/dpa

Berlin – Die Allianz der Wissenschaftsorganisationen hat ein Memorandum „Zehn Thesen zur Wissenschaftsfreiheit“ veröffentlicht. Ziel ist, die Freiheit der Wissenschaft hervorzu­heben und sie für künftige Herausforderungen zu stärken.

Die Organisationen wünschen sich von Staat und Gesellschaft, die entsprechenden Rah­menbe­dingun­gen zu gewährleisten. Gleichzeitig verpflichten sich die Organisationen, auch in ihren eigenen Strukturen, die freie Wissenschaft bestmöglich zu unterstützen und ihrer Bedeutung in einer demokratischen Gesellschaft mehr Gewicht zu verleihen.

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Die zehn Thesen beginnen mit der Forderung, die Wissenschaftsfreiheit weltweit zu för­dern. „Die Wissenschaft in Deutschland verpflichtet sich, in ihren eigenen Organisationen weiterhin und verstärkt Schutz und Perspektiven für gefährdete Wissenschaftler aus dem Ausland zu bieten und sich aktiv an Programmen und Netzwerken wie Academy in Exile oder Scholars at Risk zu beteiligen. Mobilität und freier Austausch sind Bedingungen einer erfolgreichen Wissenschaft“, heißt es in dem Memorandum.

Wichtig sei zudem, das Vertrauen in wissenschaftliche Erkenntnisse zu fördern, denn diese seien keine bloße Meinungsäußerung. Weitere Punkte widmen sich unter anderem der kritischen Auseinandersetzung mit vereinfachenden oder einseitigen Informationen und der Förderung einer positiven Debattenkultur.

Das Memorandum ist zum Abschluss der gemeinsamen Kampagne der Allianz der Wis­sen­schaftsorganisationen „Freiheit ist unser System. Gemeinsam für die Wissenschaft. 70 Jahre Grundgesetz“ erschienen. In diesem Rahmen wurden seit dem Frühjahr zahlreiche Veranstaltungen durchgeführt.

Die Allianz der Wissenschaftsorganisationen ist ein Zusammenschluss der bedeutendsten Wissenschaftsorganisationen in Deutschland. Die Leibniz-Gemeinschaft ist Mitglied der Allianz und hat für 2019 die Federführung übernommen.

Weitere Mitglieder sind die Alexander von Humboldt-Stiftung, der Deutsche Akademische Austauschdienst, die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die Fraunhofer-Gesellschaft, die Helmholtz-Gemeinschaft, die Hochschulrektorenkonferenz, die Max-Planck-Gesellschaft, die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina und der Wissenschaftsrat. © hil/aerzteblatt.de

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Wolfgang Rödle
am Freitag, 6. September 2019, 12:07

Vertrauen ist unwissenschaftlich!

Ich bin Wissenschaftler und habe vor in der Wissenschaft zu bleiben! Ich warne vor einem "Vertrauen in wissenschaftlicher Erkenntnisse"! In der Wissenschaft kann man nicht einfach darauf vertrauen, dass bestimme Erkenntnisse stimmen. Ebenso wenig darf die Bevölkerung vertrauen, dass Erkenntnisse so sind, wie sie dargestellt werden. Dadurch kann Wissenschaft zu einem politischen Machtinstrument werden und ist korrumpiert.

Wissenschaft benötigt kritisches Hinterfragen, auch von bewiesenen Sachverhalten, da durch neue Erkenntnisse definierte und mit älteren Messinstrumenten gemessene physikalische Phänomene sich ändern können bzw. das Verständnis um diese.
LNS

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