NewsHochschulenZehn Thesen zur Wissenschafts­freiheit
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Hochschulen

Zehn Thesen zur Wissenschafts­freiheit

Dienstag, 3. September 2019

/dpa

Berlin – Die Allianz der Wissenschaftsorganisationen hat ein Memorandum „Zehn Thesen zur Wissenschaftsfreiheit“ veröffentlicht. Ziel ist, die Freiheit der Wissenschaft hervorzu­heben und sie für künftige Herausforderungen zu stärken.

Die Organisationen wünschen sich von Staat und Gesellschaft, die entsprechenden Rah­menbe­dingun­gen zu gewährleisten. Gleichzeitig verpflichten sich die Organisationen, auch in ihren eigenen Strukturen, die freie Wissenschaft bestmöglich zu unterstützen und ihrer Bedeutung in einer demokratischen Gesellschaft mehr Gewicht zu verleihen.

Anzeige

Die zehn Thesen beginnen mit der Forderung, die Wissenschaftsfreiheit weltweit zu för­dern. „Die Wissenschaft in Deutschland verpflichtet sich, in ihren eigenen Organisationen weiterhin und verstärkt Schutz und Perspektiven für gefährdete Wissenschaftler aus dem Ausland zu bieten und sich aktiv an Programmen und Netzwerken wie Academy in Exile oder Scholars at Risk zu beteiligen. Mobilität und freier Austausch sind Bedingungen einer erfolgreichen Wissenschaft“, heißt es in dem Memorandum.

Wichtig sei zudem, das Vertrauen in wissenschaftliche Erkenntnisse zu fördern, denn diese seien keine bloße Meinungsäußerung. Weitere Punkte widmen sich unter anderem der kritischen Auseinandersetzung mit vereinfachenden oder einseitigen Informationen und der Förderung einer positiven Debattenkultur.

Das Memorandum ist zum Abschluss der gemeinsamen Kampagne der Allianz der Wis­sen­schaftsorganisationen „Freiheit ist unser System. Gemeinsam für die Wissenschaft. 70 Jahre Grundgesetz“ erschienen. In diesem Rahmen wurden seit dem Frühjahr zahlreiche Veranstaltungen durchgeführt.

Die Allianz der Wissenschaftsorganisationen ist ein Zusammenschluss der bedeutendsten Wissenschaftsorganisationen in Deutschland. Die Leibniz-Gemeinschaft ist Mitglied der Allianz und hat für 2019 die Federführung übernommen.

Weitere Mitglieder sind die Alexander von Humboldt-Stiftung, der Deutsche Akademische Austauschdienst, die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die Fraunhofer-Gesellschaft, die Helmholtz-Gemeinschaft, die Hochschulrektorenkonferenz, die Max-Planck-Gesellschaft, die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina und der Wissenschaftsrat. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #755239
Wolfgang Rödle
am Freitag, 6. September 2019, 12:07

Vertrauen ist unwissenschaftlich!

Ich bin Wissenschaftler und habe vor in der Wissenschaft zu bleiben! Ich warne vor einem "Vertrauen in wissenschaftlicher Erkenntnisse"! In der Wissenschaft kann man nicht einfach darauf vertrauen, dass bestimme Erkenntnisse stimmen. Ebenso wenig darf die Bevölkerung vertrauen, dass Erkenntnisse so sind, wie sie dargestellt werden. Dadurch kann Wissenschaft zu einem politischen Machtinstrument werden und ist korrumpiert.

Wissenschaft benötigt kritisches Hinterfragen, auch von bewiesenen Sachverhalten, da durch neue Erkenntnisse definierte und mit älteren Messinstrumenten gemessene physikalische Phänomene sich ändern können bzw. das Verständnis um diese.
LNS

Nachrichten zum Thema

14. August 2020
Köln – Das ZB Med – Informationszentrum Lebenswissenschaften hat eine spezielle Suchmaschine für Beitrage zur Coronapandemie auf Pre-Print-Server vorgestellt. Auf diesen Servern werden
COVID-19-Suchmaschine für Pre-Print-Server vorgestellt
10. Juni 2020
Berlin – Wissenschaftler wollen nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd infolge eines brutalen Polizeieinsatzes international gegen systemischen Rassismus auch in der Forschung protestieren.
Wissenschaftler rufen zu Aktion gegen Rassismus auf
9. Juni 2020
Freiburg – Cochrane Deutschland kritisiert die Qualität vieler Studien zur Coronapandemie, die im Augenblick auf Preprintservern veröffentlicht werden. Grundsätzlich ist das Vorveröffentlichen von
Viele Preprintstudien zu COVID-19 laut Cochrane von minderer Qualität
5. Juni 2020
Berlin – Neu entwickelte Filter machen jetzt eine noch genauere Suche in den Datenbanken Pubmed und Medline (Ovid) möglich. Gemeinsam mit Wissenschaftlern der McMaster University im kanadischen
Neue Filterfunktionen für wissenschaftliche Datenbanken
26. Mai 2020
Berlin – „Ich habe Besseres zu tun.“ Mit diesem Satz läutete Deutschlands mittlerweile bekanntester Virologe Christian Drosten gestern eine neue Runde in der medialen Auseinandersetzung mit der
Wie Mediziner richtig mit Medienanfragen umgehen
20. März 2020
Berlin – Cochranes Bibliothek wird ab der kommenden Woche temporär kostenlos verfügbar. Der offene Zugang soll den weltweiten Wissensaustausch und die klinische Forschung erleichtern. Das geht aus
Cochrane-Bibliothek frei für alle
24. Februar 2020
Berlin – Einen besseren Zugang zu medizinischer Fachliteratur für Mitarbeiter im Gesundheitswesen und für medizinische Laien fordert das Deutsche Netzwerk Evidenzbasierte Medizin (EbM-Netzwerk). Die
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER