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Ärzteschaft

Landarzt­studienplätze in Nordrhein-Westfalen gehen zum großen Teil an Frauen

Montag, 2. September 2019

/dpa

Düsseldorf – Die Studienplätze für angehende Landärzte, die neuerdings über eine spezi­elle Quote verge­ben werden, werden in Nordrhein-Westfalen (NRW) zu einem Großteil von Frauen be­setzt. 63 Prozent der am Ende ausgewählten Bewerbungen seien von Frau­en eingereicht worden, heißt es in einer Auswertung des NRW-Gesundheitsministe­riums zum Bewer­bungsverfahren.

Die 145 Studierenden beginnen zum Winter­se­mester 2019/20 erstmals über die Land­arzt­­­­quo­te ein Medizinstudium in NRW. Zuvor hatte die Rheinische Post über die Auswer­tung berichtet.

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Demnach haben die Ausgewählten eine Abiturdurchschnittsnote von 2,2 und sind durch­schnittlich 24 Jahre alt. Sie haben mindestens 1,5Ausbildungs- oder Tätigkeitsjahre ab­solviert, vor allem als Krankenpfleger (43 Prozent), Rettungsassistenten/Notfallsanitäter (18 Prozent), Medizinische Fachangestellte (8 Prozent) oder Physiotherapeuten (5 Pro­zent). 1.312 Interessenten hatten sich nach Ministeriumsangaben auf den ersten Jahrgang beworben.

Das Bewerbungsverfahren ist zweistufig. Zuerst werden die Abiturnote und das Ergebnis des Tests für Medizinstudiengänge mit je 30 Prozent und eine Ausbildung oder berufliche Tätigkeit mit 40 Prozent gewichtet. Dann folgt ein Auswahlgespräch. Bis zum 30. Septem­ber läuft die Bewerbungsfrist für das Sommersemester 2020.

Mit der Landarztquote soll dem Ärztemangel auf dem Land entgegengewirkt werden. Die Studierenden verpflichten sich, nach derAus- und Weiterbildung zehn Jahre als Hausarzt in einer unterversorgten Region zu arbeiten. Wer den Vertrag nicht erfüllt, muss mit einer Strafzahlung in Höhe von 250.000 Euro rechnen.

Aus der Ärzteschaft kam die Kritik, dass die Landarztquote erst spät Wirkung zeige. Denn für Studium und Ausbildung müssten rund elf Jahre kalkuliert werden. © dpa/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #786546
Frauenarztmann
am Mittwoch, 4. September 2019, 09:39

Nicht sooo nachhaltig...

Ich weiß, das hört wieder keiner gerne, aber dank der durschnittlich geringeren Lebensarbeitszeit von Frauen (Mutterschaft, Teilzeitwunsch, Work-Life-Balance, ...) ist das angesichts des Ärztemangels mal wieder eine Fehlallokation von Ressourcen.

Ich freue mich aber natürlich trotzdem und ausdrücklichst ganz besonders, dass die Frauen hier mal ohne Förderung ohne Quote die Nase vorn haben...
Avatar #79783
Practicus
am Mittwoch, 4. September 2019, 02:43

Ähem...

In >12 Jahren (Studium + 5 Jahre FA-Weiterbildung, mindestens!) wird niemand mehr diese Ärztinnen brauchen. 63% ist übrigens fast 10% WENIGER als der Anteil der Frauen an den medizinischen Erstsemestern von fast 70%, relativ haben sich also mehr Männer als Frauen beworben!
Warum? In deutlich weniger als diesen 12 Jahren wird die Gesundheitsversorgung auf der Primärebene von nichtärztlichem Assistenzpersonal geleistet werden - AGNES und VERAH werden mir dem Tablet und KI-Unterstützung die Versorgung stemmen, vor allem auf dem Land, wo keiner freiwillig hinzieht - in Dörfer, in denen es weder Sparkasse noch Metzger oder Bäcker gibt, die nächste KiTa oder Grundschule mit dem Auto eine halbe Stunde weg ist und die Kinder mit dem Schulbus zwei Stunden in die nächste Sekundarschule gekarrt werden müssen...
Avatar #745437
Job Killer
am Mittwoch, 4. September 2019, 02:00

250.000 Euro Strafe? Die werden wohl wieder einmal nur den Männern aufgebrummt.

Die Landesärztekammer Hessen (LÄKH) schreibt zum Thema 'Frauen im Medizinberuf' (die Verfasser heißen übrigens Susanne Köhler, Susan Trittmacher, Roland Kaiser):

---8<-----
https://www.laekh.de/images/Hessisches_Aerzteblatt/2007/2007_07_04.pdf

»Aufgrund unserer Ärztinnenbefragung wissen wir, dass neun von zehn Ärztinnen nach der Geburt über die gesetzliche Mutterschutzzeit hinaus pausieren (89,7 %). Rund ein Drittel der Befragten (30,1 %) hatte bis zum Zeitpunkt der Befragung weniger als zwölf Monate pausiert, ein weiteres Drittel (35,6 %) bis zu drei Jahren, der Rest länger als drei Jahre.«
---8<-----

Wenn Ärztinnen also gern das Kinderkriegen als Heldinnenausstieg wählen, wie beabsichtigt NRW dann also seine 250 k€ Strafzahlung zu realisieren? Das ist doch wohl wieder ein Gesetz, dessen Wirkung sich frühestens in einem Jahrzehnt zeitigt, wenn die gefeierten Politiker längst nicht mehr im Amt sein werden. Und wieder einmal werden es die Männer sein, die keinen Heldenausstieg haben und lange Jahre vor Gericht liegen werden, um diese existenzvernichtende Strafe abzuwenden, falls doch mal ein wichtiger Grund zum Abbruch der zehnjährigen Verpflichtung vorlag (und NRW das nicht einsehen will).

mfG, Job Killer
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