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Politik

Huml wirbt zum Start des Kindergartenjahres für Schutzimpfungen

Montag, 2. September 2019

/ dpa

München – Zum Start des neuen Kindergartenjahres hat Bayerns Ge­sund­heits­mi­nis­terin Melanie Huml für die Masernimpfung und andere Schutzimpfungen geworben. „Wer ge­impft ist, schützt sich und andere“, sagte die CSU-Politikerin gestern. Insbesondere sehr kleine Kinder, dienoch nicht geimpft werden können,müssten geschützt werden.

Die aus Expertensicht zur Elimination der Masern notwendige Quote von zweimal ge­impf­ten Kindern von mindestens 95 Prozent sei in Bayern noch nicht erreicht, machte Huml deutlich. Im Schuljahr 2017/2018 lag sie nach Daten der Schuleingangsuntersu­chung bei 92,3 Prozent. Im Vergleich zu 2003/2004 war das eine Steigerung um 48,3 Prozentpunkte.

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Weiter sagte Huml, es gebe auch bei jungen Erwachsenen große Impflücken in der baye­rischen Bevölkerung. Bei rund 53 Prozent der gemeldeten Masernfälle in den Jahren 2010 bis 2018 waren die Patienten 15 bis 45 Jahre alt. Alle nach 1970 geborenen Erwachsenen sollten ihren Impfausweis überprüfen lassen. „Denn nur wer in der Kindheit zweimal oder im Erwachsenenalter einmal gegen Masern geimpft ist, besitzt einen vollständigen Schutz.“

Das Bundeskabinett hatte im Juli ein Gesetz für eine Masernimpfpflicht auf den Weg ge­bracht. Ab März 2020 sollen Eltern demnach vor der Aufnahme ihrer Kinder in eine Kita oder Schule nachweisen müssen, dass diese geimpft sind. Ungeimpfte Kinder dürfen in Kitas nicht aufgenommen werden.

Die Impfpflicht gilt auch für bestimmte Erwachse­nen­gruppen wie Tagesmütter, Kitaper­sonal, Lehrer und medizinisches Personal. Bei Verstößen drohen Bußgelder bis zu 2.500 Euro. © dpa/aerzteblatt.de

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Avatar #759489
MITDENKER
am Mittwoch, 11. September 2019, 14:52

EPIDEMIOLOGISCHE NEWS bzw. Effekte der Impfkampagnen

Sorry, die Überschrift meines letzten Beitrags sollte heißen:

EPIDEMIOLOGISCHE NEWS bzw. Effekte der Impfkampagnen (bzw. Effekte der Impfpflicht in Frankreich)

https://ehgartner.blogspot.com/
Avatar #759489
MITDENKER
am Mittwoch, 11. September 2019, 14:49

Epie

Neuigkeiten erster Güte von Bert Ehgartner:
https://ehgartner.blogspot.com/
Avatar #771555
Rosenkohl
am Mittwoch, 4. September 2019, 21:37

Meldung jedes Jahr gleich; Impfung schützt "nicht-impfbare Kleinkinder" kaum

Verschlagwortung unter "News" ist irreführend, denn die gleiche Meldung erschien auch 2018 und sogar wortgleich bereits 2017: "Nur wer geimpft sei, schütze sich und andere. Besonders sehr kleine Kinder müssten geschützt werden, die selbst noch nicht geimpft werden könnten", https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/nachricht?id=77861. (aus Versehen hatte ich den Kommentar jetzt zunächst dort gepostet, bitte um Entschuldigung, und bitte dort wieder löschen.)

Zuflucht in gebetsmühlenartige Wiederholung deutet auf kommunikative Unsicherheit hin und daß möglicherweise inhaltlich etwas nicht stimmt.

Erstens gibt es nur sehr wenige kleine Kinder, die deshalb geschützt werden müßten weil sie selbst noch nicht geimpft werden können. Denn laut RKI wird bei Eintritt in eine Gemeinschaftseinrichtung eine MMR-Impfung bereits ab dem 9. Monat empfohlen. Überdies empfiehlt die WHO vor Fernreisen eine Masern-Impfung sogar schon ab dem 6. Monat, ungeachtet der Tatsache daß in Ländern wie Deutschland der Impstoff für so ein frühes Alter nicht zugelassen ist.

Der größte Teil der Kinder, die in den ersten zwei Lebensmonaten an Masern erkranken konnte somit laut offziellen Empfehlungen offenbar bereits geimpft werden. Entweder erkranken sie trotz Impfung, konnten aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden, oder wurden aus nicht-medizinischen Gründen nicht geimpft. Nicht geimpft aus nicht-medizinischen Gründen dürften am häufigsten sein.

Zweitens ist die Wahrscheinlichkeit an Masern zu erkranken für Ungeimpfte viel höher als für sehr kleine Kinder, die spätestens innerhalb eines Jahres geimpft werden können. Jährlich erkranken durchschnittlich 1000 Personen an Masern, davon ca. 1/4 im Alter unter 2 Jahren. In der deutschen Bevölkerung von ca. 80 Millionen erkranken die geschätzt 10% Ungeimpften im Laufe eines 80-jährigen Lebens somit zu 80*(1.000/8.000.000)=1:100 an Masern. Ein Geburtsjahrgang umfaßt ca. 800.000 Kinder, somit ist das Erkrankungsrisiko für unter 2-jährige nur (1/4*1.000)/(2*800.000)=1:6.400.

Wer geimpft ist schützt somit in erster Linie sich selbst und Personen, die aus nicht-medizinischen Gründen ungeimpft sind, während der vermeintliche Schutz für "noch nicht impfbare Kleinkinder" kaum eine Rolle spielt. In Frage gestellt wird keineswegs die Legitimität solcher individuellen Gründe für oder gegen eine Impfung, sondern das Festhalten der Regierung an falscher Vorstellung, wer von der Masernimpfung direkt und indirekt geschützt wird.
LNS

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