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Sozialverband VdK knackt Mitgliedermarke von zwei Millionen

Montag, 2. September 2019

VdK-Chefin Verena Bentele /picture alliance, Bernd von Jutrczenka

Berlin – Themen wie Rente und Pflege haben dem Sozialverband VdK Deutschland eine Rekordzahl an Mitgliedern beschert. Ihre Zahl stieg jetzt auf mehr als zwei Millionen, wie der VdK gestern in Berlin mitteilte. „Unsere Mitglieder schätzen die Unabhängigkeit und die Durchsetzungskraft des VdK, der sich konsequent für eine gerechte Gesellschaft und für ein soziales Miteinander einsetzt“, erklärte Verbandspräsidentin Verena Bentele. „Wir sind die soziale Bewegung in Deutschland.“

Die Mitgliederzahl wuchs demnach in allen 13 Landesverbänden. Seit 1990 verdoppelte sie sich den Angaben zufolge insgesamt sogar – während die Mitgliederzahlen bei Par­tei­en und Gewerkschaften zurückgingen.

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Zentrale Dienstleistung des VdK ist die sozialrechtliche Beratung etwa zur Anerkennung von Schwerbehindertenanträgen, der Durchsetzung von Erwerbsminderungsrenten oder der richtigen Einstufung von Pflegegraden. Der Verband berät auch bei Auseinanderset­zungen mit Krankenkassen zur Genehmigung von Hilfsmitteln oder der Auszahlung von Krankengeld.

Bentele hob in der Neuen Osnabrücker Zeitung hervor, der VdK sei bei weitem nicht nur ein Rentnerverband. Das Durchschnittsalter der Neumitglieder sinke seit Jahren und liege aktuell bei 55 Jahren. Inzwischen würden viele Menschen Mitglied, einfach weil sie die sozialpolitische Interessenvertretung des VdK unterstützen wollten.

„Die weitreichenden VdK-Forderungen kommen an. Dazu gehört etwa die Einführung einer Erwerbstätigenversicherung, in die alle ohne Ausnahme einzahlen sollen“, sagte Bentele. Dazu gehöre auch die Forderung nach mehr Umverteilung, „etwa indem wir die Vermögensteuer wieder einführen, auch um damit Leistungen für Rentenbezieher zu finanzieren“.

Die VdK-Präsidentin wandte sich gegen Kritik unter anderem des Ifo-Instituts, die Grund­rente helfe nicht im Kampf gegen Altersarmut. Sie sagte der NOZ dazu, die Grundrente erreiche insbesondere diejenigen, die niemals zum Sozialamt gehen würden, weil ihre Renten nicht zum Leben reichen.

Viele Menschen empfänden es als beschämend, nach jahrzehntelanger Arbeit und Unab­hängigkeit von staatlichen Leistungen im Alter auf „Stütze“ angewiesen zu sein. Schät­zun­­gen gingen davon aus, dass 70 Prozent der Älteren keine Sozialleistungen beantra­gen, obwohl sie einen Anspruch darauf hätten. „Diese versteckt Armen würde man durch eine automatische Auszahlung der Grundrente unmittelbar erreichen“, sagte Bentele. © afp/aerzteblatt.de

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