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Diabetesthemen kommen im Medizinstudium zu kurz

Montag, 2. September 2019

/Maya Kruchancova, stockadobecom

Berlin – Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) plädiert für mehr Nachwuchsförde­rung in der Diabetologie und tritt dafür ein, dies in einer Nationalen Diabetesstrategie zu verankern.

In Deutschland wird die Zahl der Diabetespatienten nach Expertenschätzungen in den kommenden Jahren auf bis zu zwölf Millionen steigen, sofern nicht wirksam gegen­ge­steu­ert werde. „Vor dem Hintergrund dieser alarmierenden Prognose sollten wir unbe­dingt Maßnahmen für eine gute Vorbeugung und optimale Behandlung der Volkskrank­heit ergreifen“, mahnte Baptist Gallwitz, Mediensprecher der DDG.

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Er kritisiert, dass es in Deutschland derzeit nur acht klinische Lehrstühle für Diabetologie mit Direktionsrecht gebe. Auch an den neugegründeten Fakultäten in Augsburg und Bie­lefeld sei bislang kein solcher Lehrstuhl konkret geplant.

Dies wirkt sich auch auf die Lehre aus, wie eine Umfrage der DDG unter Studierenden, Studierenden im Praktischen Jahr (PJ) sowie Lehrbeauftragten zeigt. Zentrales Ergebnis unter 202 Teilnehmer ist: Nur die Hälfte der Befragten erachtete das aktu­elle Lehrange­bot in Bezug auf Themen der Diabetologie als ausreichend. Lediglich die Hälfte der Be­frag­ten gab an, sich in Behandlungsentscheidungen bei Diabetes sicher zu fühlen.

Laut der Umfrage wird Diabetes vor allem in der Vorlesung für Innere Medizin abgehan­delt und nicht als Querschnittsfach gelehrt, das auch Kenntnisse etwa der Augenheil­kun­de, Neurologie und Gefäßchirurgie erfordert. Über Möglichkeiten zu praktischen Erfah­run­­gen durch Hospitation, Famulatur oder Praktika waren 60 Prozent der Umfrage-Teil­nehmer nicht informiert.

Die Umfrage signalisiere, „dass die Erkrankung Diabetes nicht ausreichend im Studium thematisiert wird und Medizinstudierende weiteren Ausbildungsbedarf mit Blick auf die Behandlung vorweisen“, sagte Gallwitz. Der Fachgesellschaft zufolge wird die mangelnde Nachwuchsförderung Auswirkungen auf die Versorgung haben.

„Regionale Versorgungsunterschiede werden wegen geringer Zahlen von diabetologi­schen Fachärzten künftig wohl weiter zunehmen“, erklärte die DDG-Präsidentin Monika Kellerer. „In Anbetracht der steigenden Zahlen von Diabeteserkrankungen müssen wir sofort Maßnahmen ergreifen“, forderte sie. Dringend notwendig sei beispielsweise der Erhalt und Ausbau von klinischen diabetologischen Lehrstühlen, so Kellerer. © hil/aerzteblatt.de

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