NewsVermischtesBayer will auf Glyphosatkritiker zugehen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Bayer will auf Glyphosatkritiker zugehen

Dienstag, 3. September 2019

/dpa

Berlin – Angesichts der wachsenden Kritik in der Europäischen Union (EU) am Unkraut­vernichtungsmittel Glyphosat geht der Chemiekonzern Bayer auf seine Kritiker zu. „Wir können nachvollziehen und respektieren, dass es in einigen europäischen Ländern den Wunsch der Politik gibt, den Einsatz von Glyphosat zu reduzieren“, sagte der für das Agrargeschäft zuständige Vorstand Liam Condon dem Tagesspiegel.

Daher werde man mit unterschiedlichen Interessengruppen zusammenarbeiten, um alternative Lösungen zu entwickeln, kündigte Condon an. So will Bayer das Gespräch mit Landwirten, Regierungen, Unternehmen, aber auch Nicht­regierungsorganisationen suchen. In der EU ist Glyphosat bis Ende 2022 zugelassen.

Anzeige

Bayer bemüht sich um eine Verlängerung, ist jetzt aber offensichtlich bereit, auch natio­nale Alleingänge zu akzeptieren. Der Konzern, der im vergangenen Jahr den US-Glypho­sathersteller Monsanto übernomm­en hatte, will „die unterschiedlichen Bedürfnisse der Mitgliedstaaten anerkennen und einen angemessenen Vorschlag zu sinnvollen Einsatzge­bieten unterbreiten“, sagte Con­don.

Mit Blick auf die Klagewelle gegen Monsanto in den USA betonte Condon jedoch er­neut, Bayer sei „unverändert überzeugt von der Sicherheit und Effektivität dieser Pro­dukte“.

Angesichts des massiven Gegenwinds für Bayer nach der Monsantoübernahme hatte der Leverkusener Konzern bereits im Juni angekündigt, in den kommenden zehn Jahren rund fünf Milliarden Euro in die Suche nach Glyphosatalternativen zu investieren. Zugleich appellierte Bayer ausdrücklich an „Wissenschaftler, Journalisten und Nichtregierungsor­ganisationen, die wissenschaftliche Vorbereitung zum Wiederzulassungsverfahren von Glyphosat in der Europäischen Union aktiv zu begleiten“.

Das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel soll aber auch künftig eine „wichtige Rolle“ in der Produktpalette von Bayer spielen. In der Forschung ist die Frage, ob Glyphosat eine krebsauslösende Wirkung hat, umstritten. Die US-Umweltbehörde EPA und auch die Auf­sichtsbehörden in der EU und Deutschland gelangten zu dem Schluss, dass von Glyphosat keine Krebsgefahr ausgeht.

Dagegen konstatierte die zur Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) gehörende Internatio­nale Agentur für Krebsforschung (IARC) 2015, dass Glyphosat „wahrscheinlich krebserre­gend bei Menschen“ sei. © afp/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

30. Oktober 2019
Leverkusen – Der Agrarchemie- und Pharmakonzern Bayer macht im Tagesgeschäft Fortschritte – in den USA aber wird das Dax-Unternehmen von der Glyphosat-Klagewelle geradezu überrollt. Binnen drei
Bayer: Geschäfte entwickeln sich trotz Glyphosatklagen gut
2. Oktober 2019
Frankfurt/Main – Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer will im US-Rechtsstreit um den Unkrautvernichter Glyphosat nicht um jeden Preis klein beigeben. In den Verhandlungen über eine außergerichtliche
Bayer stellt Bedingungen für Glyphosat-Vergleich in USA
1. Oktober 2019
Brüssel – Im Streit um mögliche Gesundheitsgefahren durch den Unkrautvernichter Glyphosat sieht der Europäische Gerichtshof (EuGH) die derzeitigen EU-Schutzregeln als ausreichend an. Ein
EuGH stützt EU-Schutzregeln im Streit um Glyphosat
20. September 2019
Ottawa – Mysteriöse gesundheitliche Beschwerden von kanadischen und US-Diplomaten in Kuba gehen möglicherweise auf Pestizide zurück, die zur Insektenbekämpfung eingesetzt wurden. Das geht aus einer
Pestizide mögliche Ursache für kranke Diplomaten in Kuba
5. September 2019
Leverkusen – US-Anwälte haben im Auftrag von Bayer umstrittene interne Kritikerlisten auf den Prüfstand gestellt und dabei keine Hinweise auf illegales Verhalten festgestellt. Es ging um Listen des
Bayer-Bericht sieht keinen Hinweis auf illegale Praxis bei Monsantolisten
4. September 2019
Berlin – Die Bundesregierung will die Anwendung des besonders umstrittenen Unkrautgifts Glyphosat in Deutschland zum Stichtag 31. Dezember 2023 verbieten. Dann läuft auch die Genehmigung in der
Bundesregierung will Glyphosatverbot ab Ende 2023
30. August 2019
Berlin – Die Deutsche Bahn will weniger Glyphosat einsetzen. Im vergangenen Jahr wurden noch 57 Tonnen von dem umstrittenen Unkrautvernichter entlang der Gleise versprüht. Nächstes Jahr soll es noch
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER