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Politik

Bayern will Hürden für Medizinstudium für künftige Landärzte senken

Dienstag, 3. September 2019

/dpa

München – Zur Deckung des Ärztebedarfs auf dem Land will der Freistaat Bayern für einen Teil der Medizinstudienplätze die Zulassungshürden senken. Dies hat das Kabinett heute in München beschlossen. Abhängig vom prognostizierten Bedarf werden demnach rund 90 Studienplätze im Rahmen der Land­arztquote vergeben.

Vom Wintersemester 2020/21 an sind bis zu 5,8 Prozent aller Medizinstudienplätze pro Win­tersemester in Bayern für die Studenten reserviert, die später als Hausärzte im länd­lichen Raum tätig werden wollen. Den Bedarf, anhand dessen sich die Quote bemisst, soll die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns ermitteln.

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Bei der Auswahl der Interessenten für ein solches Medizinstudium soll es auch spe­zielle Auswahlkriterien geben. So müsse ein Medizinertest bestanden werden, auch würden die berufliche Qualifikation in einem Gesundheitsberuf wie auch ein ausgeübtes Ehrenamt berücksichtigt, hieß es.

Damit junge Mediziner es sich nach dem Studium nicht doch anders überlegen und einen Arbeitsort auf dem Land ablehnen, sieht das Konzept der Staatsregierung für diesen Fall eine Vertragsstrafe von 250.000 Euro vor.

„Das ist eine echt gute Chance, Landarzt zu werden“, sagte Minister­prä­sident Markus Sö­der (CSU). Ge­sund­heits­mi­nis­terin Melanie Huml (CSU) sprach von einem Paradigmen­wechsel, da nicht mehr nur die Noten entscheidend seien. Das Gesetz solle noch in die­sem Jahr vom Landtag beschlossen werden.

Das Landarztgesetz ist laut Huml eine weitere Maßnahme, den Ärztemangel zu verhin­dern. Dazu gehöre die Ausweitung an Studienplätzen ebenso wie die Förderung von Nie­derlassungen und entsprechende Stipendienprogramme, bei denen über vier Jahre je 600 Euro pro Monat an Studierende ausgezahlt werden. Auch sie verpflichten sich im Gegen­zug, für mindestens fünf Jahre in einem bestimmten Gebiet ärztlich tätig zu sein.

Auch die Kommunen sollen bei der Suche nach Ärzten finanziell unterstützt werden, wenn sie sich besonders für Erhalt und Verbesserung der ambulanten ärztlichen Versor­gung vor Ort engagieren. Zusammen mit den Kommunalen Spitzenverbänden soll ein Förderprogramm aufgelegt werden. Details sind dazu aber noch offen. Das Gesund­heits­ministerium und das Innenministerium wurden zunächst beauftragt, zeitnah Eckpunkte für das Programm zu erarbeiten.

Das Kabinett beschloss heute auch den Ausbau der akademischen Hebammenausbildung. Nach Landshut, München und Regensburg soll der Studiengang Hebammenwesen nun auch an der Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm, der Hochschule für an­gewandte Wissenschaften Coburg zusammen mit den Bamberger Akademien für Gesund­heits- und Pflegeberufe der Sozialstiftung Bamberg, der Julius-Maximilians- Universität Würzburg und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg angeboten werden.

Bayernweit ist damit an sieben Hochschulen die akademische Hebammenausbildung möglich. Die ersten Studiengänge starten diesen Herbst in Regensburg und München. © dpa/aerzteblatt.de

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