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Ausland

Maas prüft weitere Hilfe für den Kongo im Kampf gegen Ebola

Mittwoch, 4. September 2019

Heiko Maas (SPD, links) zusammen mit Friedensnobelpreisträger Denis Mukwege. /picture alliance, Kay Nietfeld

Bukavu/ Goma – Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) will weitere Hilfe für den Kampf gegen die Ebolaepidemie im Kongo prüfen. „Wir können der Ausbreitung des Virus nicht weiter tatenlos zusehen“, sagte er heute in Bukavu im Osten des zentralafrikani­schen Landes, wo die gefährliche Seuche seit 13 Monaten nicht in den Griff zu bekomm­en ist.

Mehr als 3.000 Menschen sind bereits erkrankt und mehr als 2.000 gestorben. Alle Versu­che, die Seuche einzudämmen, sind bisher fehlgeschlagen. Nach der verheerenden Epide­mie in Westafrika 2014/2015 mit mehr als 11.000 Toten ist es inzwischen der bislang schlimmste Ebolaausbruch. Die Bekämpfung ist schwierig, weil die Sicherheitslage im Ostkongo prekär ist. Bewaffnete Rebellengruppen terrorisieren dort seit Jahren die Bevölkerung. Ebolahelfer werden immer wieder angegriffen.

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„Trotz großer Anstrengungen sind die Fortschritte noch nicht so, wie man es sich ge­wünscht hat“, sagte Maas. Er will im Kongo mit dem UN-Koordinator für die Ebolanothilfe, David Gressly, und Präsident Félix Tshisekedi über mögliche weitere Hilfen sprechen.

Die Bundesregierung hat bereits vier Millionen Euro Ebolanothilfe für den Kongo zur Ver­fügung gestellt. Darüber hinaus ist Deutschland mit einem dreistelligen Millionenbetrag am Fonds der Welt­gesund­heits­organi­sation, der Vereinten Nationen und der Weltbank beteiligt, die teilweise für die Ebolahilfe genutzt werden. Das Robert-Koch-Institut (RKI) ist zudem mit einzelnen Experten und technischen Geräten an der Bekämpfung der Seuche beteiligt.

Der Außenminister war bereits gestern Abend in Goma eingetroffen, der Hauptstadt der von der Seuche besonders stark betroffenen Provinz Nord-Kivu. Schon bei der Ankunft wur­de er mit dem Thema Ebola konfrontiert: Ihm und allen anderen Delegations­mitglie­dern wurde Fieber gemessen – eine Kontrollmaßnahme, der sich seit Bekanntwerden des ersten Ebolafalls in der Millionenstadt alle Passagiere am Flughafen Goma unterziehen müssen.

Hilfsorganisationen kritisieren aber, dass dieses Prozedere nicht funktioniere. „In mehre­ren jüngst bestätigten Fällen waren die Betroffenen an Kontrollposten überprüft worden, ohne dass eine Infektion festgestellt worden ist“, sagt Corinne N'Daw von Oxfam. Es sei ent­scheidend, dass die lokalen Mitarbeiter der Gesundheitsdienste, die an vorderster Stelle tätig seien, bessere Trainings und Ausrüstung erhielten.

Hauptanlass für den Besuch des Außenministers im Ostkongo war aber nicht die Ebola­epi­demie, sondern ein anderes Problem, das im Kongo besonders stark ausgeprägt ist: die sexualisierte Kriegsgewalt gegen Frauen. Für die Bundesregierung war dieses Thema ein Schwerpunktthema der deutschen Präsidentschaft im UN-Sicherheitsrat im April.

Maas besuchte in Bukavu das von dem Friedensnobelpreisträger Denis Mukwege aufge­baute Krankenhaus, in dem Opfer sexualisierter Gewalt behandelt werden. Dort haben der 64 Jahre alte Gynäkologe und seine Mitarbeiter schon 54.000 vergewaltigte Frauen und 42.000 weitere kranke Frauen behandelt.

In den vergangenen Jahrzehnten kamen im Kongo in mehreren Bürgerkriegen Millionen Menschen ums Leben. Im Osten des Landes sollen heute noch etwa 160 bewaffnete Rebellengruppen mit 22.000 Kämpfern aktiv sein. © dpa/aerzteblatt.de

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