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Politik

Krankenkassen verzeichnen leichtes Defizit

Mittwoch, 4. September 2019

/Frog 974, stockadobecom

Berlin – Die Krankenkassen haben im ersten Halbjahr 2019 mehr ausgegeben, als sie durch Beitragszahlungen eingenommen haben. Trotzdem liegen ihre Finanzreserven immer noch bei rund 20,8 Milliarden Euro. Das geht aus Zahlen hervor, die das Bundes­ministerium für Gesundheit (BMG) heute vorlegte. Im Durchschnitt entspreche dies etwa einer Monats­ausgabe und damit etwa dem Vierfachen der gesetzlich vorgesehenen Min­destreserve, hieß es.

Im Detail standen Einnahmen in Höhe von rund 124,7 Milliarden Euro Ausgaben von et­wa 125,2 Milliarden Euro gegenüber. Das bedeutet ein leichtes Defizit in den ersten sechs Mo­naten von 544 Millionen Euro.

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Bezogen auf die Kassenarten verzeichneten die Allge­mei­nen Ortskrankenkassen (AOKen) ein leichtes Defizit von rund 68 Millionen Euro, die Er­satzkassen von 297 Millionen Euro, die Betriebskrankenkassen (BKKen) von 126 Millio­nen Euro und die Innungskranken­kass­en (IKKen) von 95 Millionen Euro. Einnahme­über­schüsse gab es bei der Knappschaft-Bahn-See mit 24 Millionen Euro und der Landwirt­schaftlichen Kran­ken­ver­siche­rung mit 18 Millionen Euro.

Die Einnahmen der Krankenkassen sind im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,6 Prozent und die Ausgaben um 4,7 Prozent ge­stiegen. Im Detail stiegen beispielsweise die Ausgaben für Krankenhausbehandlungen dem BMG zufolge um 2,9 Prozent, die Arznei­mitte­laus­gaben um 4,9 Prozent und die der vertragsärztlichen Versorgung um rund 4 Prozent. Hohe Zuwachs­raten von 13,8 Prozent gab es bei den Aus­gaben für Schutzim­pfungen. Deutlich überproportional sind auch die Ausgaben für Heilmittel angewachsen (plus 13 Prozent).

Zum Stichtag 1. Juli 2019 lag der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz mit 0,99 Prozent erstmals seit 2015 wieder unterhalb der Ein-Prozent-Marke – und damit rund 0,1 Pro­zent­punkte unterhalb des durchschnittlichen Zusatzbeitragssatzes im Jahr 2018.

Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) erklärte, die gesetzlichen Krankenver­siche­rung (GKV) stünde weiterhin gut da. „Dabei helfen die gute Konjunktur und eine maß­volle Ausgabenpolitik.“

Nach den Worten des Politikers zeigen die aktuellen Zahlen in die rich­tige Richtung. „Not­wendige Leistungsverbesserungen kommen jetzt bei den Versicherten an. Und Kran­kenkassen mit übermäßig hohen Finanzreserven haben endlich begonnen, ihre Mit­glieder über geringere Zusatzbeiträge zu entlasten“, sagte Spahn.

Mit der Einnahmen- und Ausgabenentwicklung 2019 soll sich Mitte Oktober der Schät­zer­­kreis aus Finanzexperten von Bundesversicherungsamt, BMG und GKV-Spitzenverband befassen. Nach Auswertung der Ergebnisse des Schätzerkreises wird das BMG bis zum 1. November den durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz für das kommende Jahr bekannt­geben. © kna/afp/may/aerzteblatt.de

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Avatar #786432
ifaxcg0000
am Donnerstag, 5. September 2019, 07:13

Und das wird noch mehr werden!

Bei solchen Rücklagen brauchen sich die Krankenkassen ja wohl noch keine Sorgen machen.
Vielmehr sollten sie sich mal Gedanken um ein Gesundheitssystem, in dem man ja gar nicht gesund werden soll, machen.
Nur ein Kranker bringt Umsatz, so ist es leider.
Budgetbegrenzung und die seit April 2018 neue Bonusberechnung für die Ärzte tragen ihren Teil dazu bei.
LNS

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