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Vermischtes

Drängen auf mehr Prävention und Informationen zur Suizidverhinderung

Mittwoch, 4. September 2019

/Syda Productions, stock.adobe.com

Berlin – Trotz langfristig rückläufiger Suizidzahlen dringen Fachleute auf mehr Präven­tions­arbeit und den Abbau von Vorurteilen zur Verhinderung von Selbsttötungen in Deutschland. Noch immer sei die Zahl der Suizide höher als die der Todesfälle durch Verkehrsunfälle, Gewaltverbrechen und den Missbrauch illegaler Drogen zusammen, teilten mehrere in der Suizidverhinderung engagierte Verbände heute in Berlin anlässlich des Welttags der Suizidprävention am 10. September mit.

Sie verwiesen unter anderem auf aktuelle Empfehlungen für Medien zur Berichterstatt­ung über Selbsttötungen und das Internet. Die Medien hätten eine „bedeutende Rolle in der individuellen Wahrnehmung von Suiziden“. Sie verwiesen zudem auf Aufklärungsbe­darf, etwa mit Blick auf in der Bevölkerung kursierende „Mythen“. So sei es etwa falsch, Menschen in schweren Krisen nicht auf Suizidgefährdung anzusprechen.

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„Wir möchten das vorurteilsfreie und vertrauensvolle Gespräch über den Suizid fördern. Es ist der erste Schritt zur Hilfe“, erklärte die Psychiaterin Barbara Schneider, Chefärztin an der Kölner LVR-Klinik und Leiterin des nationalen Suizidpräventionsprogramms (Nas­pro). In der Initiative sind mehr als 90 Organisationen zusammengeschlossen. Dazu ge­hören Mediziner und Betroffenenverbände ebenso wie Wissenschaftler, Behördenvertre­ter, Medien sowie Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände.

Das Naspro und weitere beteiligte Organisationen wie die Deutsche Akademie zur Suizid­prävention und die Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention riefen dazu auf, möglichst viele Aufklärungs- und Informationskampagnen zu starten. Dies gelte für Schulen, Betrie­be, Kliniken, Beratungsstellen, Universitäten und Medien, erklärten sie.

Nach den neuesten verfügbaren amtlichen Zahlen nahmen sich 2017 in Deutschland 9.241 Menschen das Leben, knapp 7.000 Männer und rund 2.250 Frauen.

Das war der niedrigste Stand seit dem Beginn der detaillierten offiziellen Erfassung 1981. Damals hatte es 18.825 Suizide gegeben, also etwa doppelt so viele. Seitdem sinkt die Zahl der Selbsttötungen in Wellen.

Einfache Erklärungsmuster dafür gibt es den Fachverbänden zufolge aber nicht. Unter anderem haben demografische Faktoren, die Situation am Arbeitsmarkt sowie Entwick­lungen im Bereich des Gesundheitswesens und der Prävention einen Einfluss. Auch die Berichterstattung der Medien spiele in dem Gesamtkomplex eine Rolle, erklärten die Verbände. © dpa/aerzteblatt.de

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