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Ausland

Vertrauen vieler Afrikaner in Ärzte und Krankenhäuser offenbar gering

Donnerstag, 5. September 2019

/picture alliance, Jerome Delay, ap

Kapstadt – Angriffe auf Helfer, zerstörte Behandlungszentren: Bei der Bekämpfung der tödlichen Ebola-Epidemie gelten die Angriffe und das Misstrauen der Bevölkerung als eines der größten Hindernisse.

Eine heute beim kontinentalen Weltwirtschaftsforum (WEF) in Kapstadt präsen­tierte Umfrage des britischen Wellcome-Trusts zeigte ein tief sitzendes Misstrauen gegenüber medizinischen Experten, Kliniken und Impfkampagnen in Teilen Afrikas.

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Die Umfrage ist Teil einer Studie, für die 140.000 Menschen in 144 Ländern befragt wur­den. Demnach liegen 16 der 20 Länder, in denen das Vertrauen am geringsten ausgeprägt ist, in Afrika.

„Wir müssen raus aus unserem Elfenbeinturm“, forderte die kenianische Chirurgin Neema Kaseje in Kapstadt. Die Distanz zwischen Medizinern und der Bevölkerung sei zu groß. Der stellvertretende Leiter des Africa Health Research Institute (AHRI) in Durban, Thumbi Ndung'u, sprach von einer erschreckenden Vertrauenserosion, der Nichtregierungsorgani­sa­tionen und Regierungen mit innovativen Ansätzen begegnen müssten.

Nach Ansicht von Wellcome-Direktor Jeremy Farrar wird in Zeiten eines Überangebots an Informationen vor allem Freundeskreisen vertraut. „Der Ansatz, die Information von oben nach unten zu filtern, wirkt nicht mehr wie früher“, meinte er.

Nach der Studie haben 27 Prozent der befragten Afrikaner absolut kein Vertrauen in Kran­kenhäuser. Jeder Fünfte hat zudem nur wenig Vertrauen in Wissen­schaftler, während mehr als die Hälfte der Befragten angab, kaum Kenntnis über die Wissenschaften zu haben. © dpa/aerzteblatt.de

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